Tanzende Hände

Ich bin begeistert! Gestern Abend im Stefaniensaal: ein Klavierkonzert mit der Pianistin Olga Scheps im Rahmen der Solistenkonzerte des Musikvereins Graz. Herrlich. Ein Erlebnis. Diese junge Musikerin geht völlig auf in ihrem Spiel. Die Hände tanzen und wirbeln und jagen über die Tasten, sie streicheln sie sanft, hauchzart, hämmern auf sie ein, der ganze Körper ist in Bewegung, schwingt mit. Wir hören Schubert und Satie, Liszt, Brahms, Chopin und Prokofjew – ein buntes, abwechslungsreiches Programm.

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Wobei, ich gebe zu, ich bin eine Banausin, was klassische Musik angeht. Seit vielen Jahren besuche ich zwar regelmäßig Konzerte, höre gerne Ö1, manchmal auch CDs, aber: ich kann sie bis heute nicht auseinanderhalten, die verschiedenen Komponisten, die unterschiedlichen Werke. Gut, ein Mozart klingt anders als ein Bach, und ich erkenne die Moldau, Peer Gynt und die kleine Nachtmusik – aber das war´s auch schon. Stört mich nicht, ich brauche keine Programm, ich muss nicht die Noten mitlesen – ich höre zu, weil es mir gefällt. Ich genieße die Musik – ohne viel darüber zu wissen oder darüber fachsimpeln zu können.

Aber dass diese junge Pianistin genial ist und ein außergewöhnliches Talent mitbringt, dass sie die Stücke unglaublich lebendig, emotional, berührend, mitreißend umsetzt – das kann sogar ich erkennen. Das spürt man. Sieht man. Hört man…

Olga Scheps spielt ohne Noten, sie kommt in Hose und Shirt auf die Bühne, die langen, dunklen Haare schlicht zum Pferdeschwanz zusammengebunden – unprätäntiös. Nur eine junge Frau und das Klavier. Und neue Klangwelten tun sich auf…

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Ich lese kurz nach: Die Musikerin ist 1986 in Moskau geboren und 1992 mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen, wo sie auch heute noch in Köln lebt. 2014 erst hat sie ihr Klavierstudium mit Bestnote abgeschlossen.

Ich schätze wir werden noch einiges hören von ihr…

Mehr zu Olga Scheps hier.

(Foto re: pixabay)

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