Abschied von Frido

Heute habe ich Fridi begraben. Sein Todestag liegt wohl schon länger zurück, es war der 14. März 2018. Da habe ich ihn zum letzten Mal im Arm gehalten. Zum letzten Mal gestreichelt, zum letzten Mal in seine sanften Augen gesehen. Seinen Herzschlag gespürt. Dann ist er gegangen. BIs heute habe ich es nicht geschafft, ihn zu begraben. Die kleine Urne mit seiner Asche ist bei mir auf dem Fensterbrett gestanden. Manchmal habe ich darüber gestreichelt… und mit ihm gesprochen. Er fehlt mir so sehr.

Dieser kleine schwarze Kater ist mir in all den Jahren so unglaublich ans Herz gewachsen. Ängstlich und scheu, wie er war zu Beginn. Wochenlang hat er hinter der Couch gelebt. In sicherer Entfernung. Und über viele Wochen und Monate und Jahre hat er gelernt, (wieder?) zu vertrauen. Immer mutiger ist er geworden, immer sicherer. Immer frecher. Wir haben viele Jahre miteinander gelebt, Fridi und ich. Schöne Jahre. Wenn ich nach Hause gekommen bin, hat er mich auf seine Art begrüßt. Er hat mich ins Badezimmer begleitet und er hat gerne beim Frühstück um ein Stückchen Butter oder Käse gebettelt. Er hat meine Morgenübungen „mitgemacht“, immer das gleiche Ritual…

Und jetzt? Er fehlt an allen Ecken und Enden. Ich denke oft an ihn. Erinnerungen tauchen auf – immer wieder – ich versuche sie meist wegzuwischen, weil es immer noch wehtut. Und doch: ich bin froh und dankbar über die Zeit, die wir miteinander hatten. Du hast mein Leben bereichert, Fridi, und ich liebe dich. Immer noch und weiterhin. Wenn es einen Katzenhimmel gibt (oder so was ähnliches), dann hoffe ich, dass es dir dort gut geht. Ich danke dir für deine Liebe und Zuneigung, dein Vertrauen, dein Schnurren, dein Maunzen, deine wunderbare Hingabe, deinen Trost und jede einzelne Minute, die du mir geschenkt hast.

Ich habe heute bei dem Plätzchen, das von deinem Lieblingsfenster aus zu sehen war, ein Loch gebuddelt. Dort bei dem Strauch, der sich so fest und stark im Erdboden verwurzelt hat. Wilder Efeu rankt sich zwischen Gras und Blättern und Wurzeln am Boden entlang. Dort habe ich deine Asche der Erde übergeben. Ein paar feine, längliche Muscheln, die ich einst von der Insel Amrum mitgebracht habe und die lange am Balkon gelegen sind, die habe ich auf die feuchte Erde gelegt. Und ein paar kleine Steine… Ich will dich nun ziehen lassen, Fridi, leb wohl – in meinem Herzen lebst du weiter.