Advent

DSCN2274Die stillste Zeit im Jahr. Tage, die spät erwachen, Nächte, die früh beginnen, schier endlos andauern. Kälte. Frösteln. Dunkelheit. Dezember. Für mich die Zeit, in der ich am liebsten abtauche. Mich zurückziehe. In den Winterschlafmodus verfalle. Ich mache es mir gerne daheim gemütlich. Schlafe viel. Lese viel. Liege ausgiebig in der Badewanne. Suche das Alleinsein. Besinnlichkeit. Wir wünschen einander ruhige, besinnliche Tage. Wir sehnen uns wohl danach…

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Wenn ich jedoch in die Stadt spaziere, fühle ich mich halb erschlagen von überladenen, wild glitzernden Weihnachtsständen, allerorts lärmender Weihnachtsmusik, buntem, grellem, blinkendem Weihnachtsschmuck, deftigen Glühwein- und Punschgerüchen, den unaufhörlich sich drehenden Riesenrädern, den aufdringlichen Kauf-mich-Angeboten der Geschäfte, die mit Sonderangeboten und Rabatten locken, den verstopften Strassen, hektischen Menschen, die sich verbissen auf Geschenkejagd begeben…

Wo, frage ich mich, bleibt da das Innehalten, die Besinnlichkeit, das zur-Ruhe-kommen? Vielleicht findet man das nur mehr draußen in der Natur, am Land, nicht aber in den Städten. Es ist eine Entscheidung, die jeder von uns trifft, treffen kann: wie verbringe ich diesen Advent? Mit wem? Was brauche ich? Tatsächlich? Und worauf lässt es sich gut verzichten?

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In meinem Umfeld werden schon lange keine rituellen Weihnachtsgeschenke mehr getauscht. Hie und da gibt es Kleinigkeiten, manchmal mag ich jemandem gerne etwas schenken, aber es gibt kein „muss“, kein „soll“… Geschenke kann man immer machen, wenn es gerade passt. Und, seien wir ehrlich: meist haben wir ohnehin schon alles, was wir brauchen und wissen gar nicht, was wir noch alles kaufen und schenken sollen.

Seit ich mir die Zeit nehme und gönne im Dezember, um zur Ruhe zu kommen, weniger zu arbeiten und mehr zu genießen, zu sein, seither mag ich diese letzten Wochen des Jahres wieder ganz gerne.

Und damit ziehe mich nun zurück auf meine Couch, um weiter zu lesen, zu träumen und vor mich hin zu dösen…

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