Aus dem Alltag gerüttelt

Samstag abend, Schubertkino, Graz. Vorweg ein knackiger Schafkäsesalat, um 21.30 dann der neue Karl-Markovic-Film: „Superwelt“. Im kleinen Saal, heimelige fast-privat-Vorführung…

Ein leiser Film, der viel Geduld, viel Durchhaltevermögen voraussetzt. Aber mit schönen Bildern und massenweise Anregungen, Fragen, Nachdenk/Nachspürfährten belohnt…

Alltag im steirischen Irgendwo. Eine unscheinbare Supermarktkassiererin mit routiniertem, faden Alltag – ohne Leuchtkraft, ohne Farbe, ohne Freude. Durchwurschteln halt. Aufstehen morgens ohne je nach einem Sinn zu fragen. Arbeiten, kochen, essen, Hausarbeit. Diätvorhaben, Damenturnen. Grillen im Garten. Kaputte Waschmaschine. Ein Langzeit-Ehemann für das tägliche 3-Wort-Alltagsbewältigungsgespräch. Es gruselt beim Zuschauen. So viel graue Realität…

Dann hört sie Stimmen. Offensichtlich Gott, der sich mit ihr unterhält. Nach anfänglichen Schreckmomenten nickt sie, fragt sie, horcht sie… rüttelt sie ihren Alltag durcheinander. Nichts bleibt mehr wie es war. Raus aus der geordneten Routine, lange Wanderungen, viel Natur. Und seltsame Begegnungen. Bis zum großen Crash. Fluchend auf der Landstrasse. Im Zwist mit der Stimme Gottes, die ihren behäbigen, unhinterfragten, überschaubaren Alltag so durcheinandergebracht hat. Hadernd, zweifelnd, sinnsuchend – erstmals!

Natürlich: es könnte auch ganz anders sein…

Aber ein guter Ausklang zum Abschluß, der neue Wege eröffnet, ahnen lässt, wie es weitergehen könnte, der aber eigene Phantasien, eigenes Nachdenken dazu braucht… das eigene Leben darf hinterfragt werden…

Und die Frage bleibt hängen: Wollen wir auch glücklich sein? Und was denn tragen wir dazu bei?