Der Datenschutz und ich

Neben den Schwerpunkten Harry & Meghan, die im Mai Hochzeit feiern und Donald & Kim, die gerade dabei sind, zarte und weniger zarte Annäherungsversuche zu starten, gibt es ein weiteres brisantes Thema zur Zeit: die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die mit 25. 5. 2018 in Kraft tritt…. und so manche das Fürchten lehrt. Wobei meiner Einschätzung und meinem Empfinden nach vor allem die Kleinen und Kleinsten bange sind ob der vielen, zum Teil verwirrenden Anordnungen und der dramatischen Strafandrohungen – und weniger die Großen, um die es ja eigentlich geht.

Es kursieren viele verschiedene Meinungen, Ansätze und Einschätzungen zu diesem Thema, die individuelle Handhabung ist derzeit recht breit gestreut von „schau mal mal“ bis hin zu „Hilfe, ich kann zusperren“. In diesen Tagen flattern laufend E-Mails herein von Veranstaltern, Anbietern, Blogbetreibern usw., die sich nun allesamt versichern wollen, dass ich auch wirklich meine persönlichen Daten zum weiteren (zweckdienlichen) Gebrauch zur Verfügung stellen möchte. Ich gestehe: ich bin schon recht verwundert, bei wie vielen Firmen und Unternehmen meine Daten aufscheinen – das wusste ich zum Teil selber nicht (mehr). Und ich gestehe weiter: ich nütze die Gelegenheit, um ordentlich aufzuräumen. Ich muss nicht überall gespeichert sein, ich komme im Bedarfsfall auch so an die Infos heran, die mir wichtig sind.

Der einzige Hacken an der Sache, den ich befürchte: die Spam-Betreiber treiben nach wie vor ihr Unwesen – ich bekomme Dutzende Spams jeden Tag – und vermutlich wird sich hier keiner extra erkundigen, ob das auch genehm und weiterhin erwünscht ist. Nur für alle Fälle: NEIN, es ist nicht erwünscht. Spams landen bei mir ausnahmslos und ungelesen im Papierkorb!!!

Aber zurück zum Datenschutz: Ich verweigere seit jeher Facebook, WhatsApp, Twitter & co… einerseits aus Sicherheitsgründen, vor allem aber aus Faulheit und Kapazitätsgründen – ich will nicht noch mehr Zeit am PC und im Netz mit virtuellen Freunden und zwielichtigen Informationen und Ablenkungen verbringen. Lieber les ich ein gutes Buch, treff mich mit Freunden im Café, geh im Wald spazieren, lass mir die Sonne auf den Bauch scheinen oder fahr in meinen Lieblingsklub zum Tanztraining :). All das macht mir weit mehr Freude als das stundenlange Stöbern in virtuellen Welten.

Nichtsdestotrotz schätze ich das Internet und die Möglichkeiten, die es bietet. Immerhin gestalte ich hier selbst eine Website und führe einen Blog – wobei es ja eigentlich kein Blog in dem Sinne ist, dass ich etwas verkaufen, Geld verdienen, Kunden anwerben, Newsletter verschicken oder sonst wie Daten sammeln möchte. Ich sammle und präsentiere hier vielmehr meine Texte, die im Lauf vieler Jahre entstanden sind. Und ich erzähle ein bisschen was über Bücher, Reisen, Aktivitäten und erlebenswerte Dinge in meiner Heimatstadt Graz. Die Seite ist meine ganz persönliche Spielwiese – und ich freue mich, wenn auch andere vorbeischauen, sich hier umsehen, wenn es anderen hier gefällt und ich ein wenig inspirieren und motivieren kann. Darüber hinaus dient diese Webseite natürlich der Selbstpräsentation, sie ist gewissermaßen meine Visitenkarte.

Um sicher zu gehen, dass ich (auch nicht unabsichtlich) mit dem Datenschutz kollidiere, habe ich die Kommentarfunktion nicht aktiviert. Das heißt freilich nicht, dass ich mich nicht über Rückmeldungen, Fragen, Infos und natürlich Aufträge freue, aber: das geht auch per Email!

Und so bleibt mir die idealistisch-optimistische Hoffnung: Möge uns die neue DSGVO tatsächlich mehr Sicherheit und Klarheit liefern, möge sie die „Bösen“ einbremsen und die „Kleinen“ schützen und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass durch den leichtsinnigen Umgang mit persönlichen Daten so manche kräftige Gewinne machen und uns letztlich nur schaden.