Die Redoute: Ein Ereignis!

Einen fixen Platz in meinem Jahresterminkalender bekommt künftig ganz sicher die Sommerredoute der Kunstuni Graz. Was für ein Ereignis!

Vergangenen Freitag war es wieder soweit – und ich habe mich, trotz heftiger Müdigkeit und lockendem inneren Schweinehund, der sich lieber auf der Couch verkrümelt hätte, doch aufgerafft und bin hingegangen zur diesjährigen 15. langen Nacht der Kunstuniversität. Was für ein Glück!

garden-party-1499061__340Ab 19.30 war Einlass, um 20.30 gab es eine feierliche Eröffnung mit Fanfaren, Musik und Ansprachen im quetschvollen György-Ligeti-Saal. Danach hat das KUG Jazz Orchester zum Tanz aufgespielt – und die Tanzpaare haben sich nicht lange bitten lassen.

Auf dem ganzen Gelände der Kunstuni zwischen Mumuth, Palais Meran und Theater im Palais haben schließlich eine ganze lange Nacht lang Studierende quer durch alles musikalischen Genres kleine Kostproben ihres Könnens geliefert. Und das ist höchst beachtlich!

Es waren sicher mehrere 100 BesucherInnen im bunten Altersklassenmix, die  genussvoll herumschlendern, sich dort und da dazusetzen, lauschen, nach Lust und Laune weiterziehen durften. Überall verstreut in den Gebäuden, auch im Festzelt dazwischen Bars, die mit Getränken, einer umwerfenden Erdbeerbowle, Brezeln und Frankfurter Würsteln lockten.

Das Angebot war überwältigend, das Niveau first class. Ich habe (erstmals) Fagott-Ensembles spielen gehört (mit einem Festlichen Präludium von Karl Kolbinger und Verdis Ouvertüre zu Nabucco). Ich bin (obwohl es nicht meine Musik ist) bei Operettenliedern hängengeblieben, gesungen von Natalya Ryabova – eine Wahnsinnsstimme!  Ich habe zwei jungen Studierenden, die vierhändig und voller Leidenschaft und Freude zwei ungarische Tänze von Brahms am Klavier gebracht haben, über die Schulter geschaut. Und ich habe der ungewöhnlichen Rhapsody „Vadar“ eines jungen Pianisten gelauscht, der sich ernsthaft und ohne Notenvorlage in dieses Stück vertieft hat.

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Zum Fixprogramm gehören u.a. auch die dramatischen Bühnengefechte – diesmal „Die Liebe und der Tod“ – in einem unnachahmlichen Fechtkampf besiegt die Liebe den Tod durch einen Kuss!

Legendär schließlich und nicht mehr wegzudenken die Jam-Sessions von André Jeanquartier & Friends – allesamt geniale MusikerInnen und SängerInnen. Da kommt nur mehr Freude auf – auch wenn der kleine Saal im Palais Meran vor begeisterten Besuchern mehr als überquillt.

Die Müdigkeit hat mich dann gegen Mitternacht doch heim getrieben. Obwohl das Programm noch bis ca. 2 Uhr früh mit Cello-Ensembles, Piazolla-Trios, Mitternachtseinlagen und Salonorchesterklängen von Eddie Luis und die Gnadenlosen gelockt hätte.

Wie gesagt: Die Redoute – künftig ein Fixtermin im Grazer Sommer!

 

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(Fotos: pixabay und privat)