fremdgetextet

Mein Lieblingsnetzwerk textreff veranstaltet alljährlich ein großes internationales Blogwichteln. Wer mitmacht, darf geben und empfangen…

So habe ich mich diesmal auf der Seite der Kinderbuchautorin Sandra Schindler austoben und über mein „Doppelleben“ berichten dürfen – hier gehts zu meinem Beitrag…

… und ich habe einen schönen Text von Birte Mirbach, Diplomübersetzerin aus Köln, geschenkt bekommen, der uns in wärmere Gefilde entführt – los geht´s….

Birte02

(Un-)Passend zum Wetter erzähle ich von einem Hörbuch aus Sansibar – einmal schön gedanklich in die Sonne beamen 🙂

Der Winter ist da. Draußen ist es trübe, kalt und feucht. Die Sonne macht sich rar und bevorzugt die andere Erdhalbkugel. Die ideale Jahreszeit also, um es sich mit einer Tasse Tee oder Kakao und einem guten Schmöker vor dem Kamin gemütlich zu machen. Die große Frage ist nur: Was soll ich lesen? Es gibt Menschen, die gerne ihre Bücher passend zur Jahreszeit wählen und im Winter am liebsten winterliche Romane lesen, aber ich gehöre nicht dazu. Warum soll ich Bücher lesen, von denen mir innerlich kalt wird, wenn es draußen eh schon kühl und ungemütlich ist? Dann doch lieber einen sommerlichen Roman oder einen, der in wärmeren Gefilden spielt und mich innerlich aufwärmt. Am besten vielleicht einen, der in einem Land spielt, in dem ich einen tollen Urlaub verbracht habe, oder sogar mehrere. Womit ich dann fast automatisch bei meinem afrikanischen Lieblingsland Tansania und Bwana Msa von Muhammed Said Abdulla lande.

Bwana Msa ist eine Art sansibarischer Sherlock Holmes. Seine Fälle löst er mit gesundem Menschenverstand und genauem Beobachten. Die afrikanischen und insbesondere sansibarischen Gegebenheiten spielen in seinen Krimis eine große Rolle, wobei der Autor sie durchaus hinterfragt und nicht nur als schmückendes Beiwerk verwendet. In seinem ersten Roman „Der Geisterwald der Ahnen“ besucht Bwana Msa zusammen mit seinem Freund Najum ihren gemeinsamen Freund Ahmed in Baraste und findet ihn sehr besorgt vor, da sein Vater Bwana Ali verschwunden ist. Bwana Ali war Bekannte besuchen gewesen und hatte sich verspätet, weshalb er sich dazu entschieden hatte, auf dem Rückweg die kürzere Strecke durch den Geisterwald zu nehmen. Ein böser Fehler, wie viele Einheimische glauben. Aus Respekt vor den Geistern der Ahnen sollte niemand diesen Wald nach Einbruch der Dunkelheit noch betreten, und schon gar nicht jemand wie Bwana Ali, der viel zu geizig ist, den Ahnen Opfer darzubringen, wie sich das schließlich gehört. Kein Wunder, dass er sich den Zorn der Ahnen zugezogen hat. Doch Bwana Msa ist skeptisch, denn Aberglaube liegt ihm so fern wie nur irgendwas.

buecherregal 2 mbega

In ruhigem Tempo erzählt der Krimi, wie Bwana Msa mit Unterstützung von Najum und dem Polizeibeamten Spekta Seif dem Geheimnis von Bwana Alis Verschwinden langsam auf die Spur kommt. Man sollte hier also keinen Thriller mit viel Getöse erwarten. Der Krimi lebt von seinem Lokalkolorit und auch von den teils skurrilen Charakteren wie dem indischen Händler Seti und dessen reichlich seltsamem Boy. Derzeit ist dieser Roman nur in einer deutschen Hörbuchfassung erhältlich, sehr angenehm gelesen von seinem Übersetzer Guido Korzonnek, der den Text  immer wieder durch Einspieler auf einem original tansanischen Daumenklavier auflockert. Genau das Richtige, um sich gemütlich im Sessel zurückzulehnen und sich mit einer wärmenden Tasse Tee zwischen den Fingern zu entspannen. Und der Winter kann bitte draußen vor der Tür bleiben.

(Fotos von Birte Mirbach)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Solve : *
16 − 15 =