4 Schritte zu einem starken Selbstbewusstsein!

Kennen Sie das? Da lächelt Sie dieser attraktive Mann im Café an, auf der Suche nach einem Sitzplatz, und was machen Sie: Schnell wegschauen und den Blick in der Kaffeetasse versenken. Der Chef fragt bei der Mitarbeiterbesprechung nach guten Ideen für das neue Projekt, und Sie hätten auch einige – aber hier vor allen anderen sich lächerlich machen? Nein danke, da schweigen Sie lieber vor sich hin. Die Verkäuferin hält Ihnen ein Kleid vor die Nase – „das passt perfekt zu Ihrer Figur“ – und nachdem Sie es anprobiert haben, schaffen Sie es nicht mehr, das Kleid abzulehnen. Sie lassen es einpacken, obwohl es Ihnen nicht wirklich gefällt. Situationen wie diese gibt es zuhauf in Ihrem Leben? Nun, dann mangelt es womöglich an Selbstvertrauen.

Sich selbst weiterentwickeln: Vielleicht ist es an der Zeit mutiger zu werden, sich mehr zu trauen. Hinter all diesen Rückziehern stecken nämlich Angst und Unsicherheit und Selbstzweifel. Man schätzt sich selbst als wenig attraktiv, fähig, liebenswert ein und handelt entsprechend. Aber das muss nicht sein. „Ich trau mich“ kann auch heißen: ich vertrau auf mich. Auf mein Wissen, mein Können, meine Erfahrungen, meinen Wert als Mensch. Wer sich immer nur zurückzieht und kneift, kommt im Leben nicht weiter. Und in seiner persönlichen Entwicklung. Deshalb: Besser mal etwas falsch machen als weiterhin davonlaufen. Wie schaffen wir es aber, uns selbst mehr zuzutrauen?

Ich bin es wert: Überlegen Sie einmal, worauf Sie stolz sind? Was sind Ihre ureigenen Fähigkeiten, Qualitäten, welchen Wert geben Sie sich als Mensch? Dürfen Sie Wünsche äußern, gar Forderungen stellen, auch mal nein sagen, selbstbewusst auftreten? Denn die erste Voraussetzung dafür ist, dass Sie sich die Erlaubnis dazu geben! Stellen Sie sich eine künftige Version Ihrer selbst vor, die all das schon kann. Die mutig und selbstbewusst durchs Leben schreitet. Und fragen Sie sich, wie sie das macht.

Üben mit kleinen Schritten: Nehmen Sie eine konkrete Situation her und üben Sie. Wenden Sie den Blick nicht sofort ab, wenn jemand Sie anlächelt – lächeln Sie zurück. Gehen Sie bewusst in die kleine Boutique, die Sie schon länger im Auge haben und probieren Sie einmal nach Herzenslust alles an, was Ihnen gefällt. Gekauft wird an diesem Tag aber nichts. Sie können ja morgen wiederkommen. Notieren Sie sich gute Ideen im Job, Veränderungswünsche, Anregungen. Und bei der nächsten Besprechung nehmen Sie sich vor, zumindest eine Idee öffentlich kundzutun. Vor allen anderen.

Zu sich stehen: Denn es ist völlig egal, wie die anderen darauf reagieren. Wichtig ist, dass Sie den Mut haben, das zu sagen, was Ihnen wichtig ist, am Herzen liegt. Und oft, sehr oft ist es dann sogar so, dass andere wohlwollend zustimmen, verständnisvoll nicken oder die Idee mit Begeisterung aufgreifen… denn unsere Ängste, was wohl alles Schlimmes passieren könnte, sind in der Regel das Schlimmste. Tatsächlich stellt sich meist heraus, dass wir uns ganz unnötige Sorgen gemacht haben. Also: Stehen Sie zu sich und handeln Sie, wie Sie es für richtig halten!

 

Leserbriefanfrage

Problem: Meine Tochter (19) hat letztes Jahr mit ihrem Medizinstudium begonnen. Nun hat sie beschlossen eine Pause einzulegen und für ein Jahr als Au-pair-Mädchen nach Südamerika zu gehen. Mein Mann findet das gut, aber ich mache mir große Sorgen. Wie kann ich sie nur davon abhalten?
Ilka S. (46), aus Hamburg

Lösung: Ihre Tochter möchte die Welt sehen, bevor sie sich für einen fixen Berufsweg entscheidet. Das ist durchaus verständlich. Für Sie dagegen bedeutet es, Ihre Tochter loszulassen, sie ihren Weg gehen zu lassen. Das fällt meist schwer. Noch dazu, wenn es sich um ein ganzes Jahr handelt. Und Südamerika ist weit weg. Die Frage ist, wo genau möchte sie hin, wie sicher ist das gewählte Land? Mit welcher Organisation möchte sie reisen? Hier kann man sich genaue Informationen holen, auch bezüglich der nötigen Sicherheitsvorkehrungen. Wenn Ihre Tochter davon überzeugt ist, dieses Jahr im Ausland zu verbringen, werden Sie sie nicht davon abhalten können. Sollen sie auch nicht. Besser wäre, mit ihrer Tochter gemeinsam zu besprechen, wie sie ihren Aufenthalt gut und sicher gestalten kann und sie bei ihren Vorbereitungen zu unterstützen. Holen Sie sich selbst alle nötigen Informationen – je mehr Sie wissen, desto besser können Sie sich ein Bild machen und vielleicht unnötige Ängste abbauen. Wer weiß, womöglich möchten Sie Ihre Tochter dann beizeiten sogar einmal besuchen?

 

IN: DAS GOLDENE BLATT, 2013