Herbsttage

durchs laub rascheln wir füssler, ich wie immer drei schritte voraus, meinen gedanken hinterher, die meist schneller sind. dann kamst du und mit einem ruck fiel ich aus meiner himmelgrauen wolke – nichts passiert, der boden war moosig, samtweich und grün mit dem geruch nach kastanien und festen trauben. hab mich an dich gekuschelt weil der herbstwind doch bläst und verbläst was nicht standhält – aber du, du bliebest wie die birke, die vor meinem fenster sich wiegt im schattigen rauch. den sommer, den haben wir bereits hinter uns gelassen, die sonne lächelt noch schwach. du, du bist holz sammeln und ich, ich bereite den tee.

 

IN: DIE FEDER, Mai 2013