4 TIPPS – so bleiben Sie jung

Wir möchten alle gerne alt werden, aber keiner möchte alt sein, sagt ein schlauer Spruch. Und da ist durchaus was dran: Während wir früher mit 50 bereits als alt galten, wandert diese Grenze heute kontinuierlich nach oben. Die Lebenserwartung steigt und mit ihr auch unsere Gesundheit, unsere Fitness, unsere Möglichkeiten. Während wir früher mit 60 im Lehnstuhl saßen, fängt für viele in diesem Alter erst ein neuer Zeitabschnitt an: Die Kinder sind aus dem Haus, beruflich hat man erreicht, was möglich war.

Neuer Lebensabschnitt: Nun gilt es alte Träume auszupacken und zu leben. Endlich auf Reisen gehen, Zeit haben für die kleinen Dinge des Lebens. Für Freunde, für Kunst und Kultur, für Wanderungen und Thermenbesuche. Oder um selbst mal die Staffelei aufzustellen und zu malen, zu töpfern oder mit dem Klavierspielen anzufangen. So manch einer sattelt beruflich noch um und macht sich selbständig oder findet seine Lebensaufgabe im Engagement in Vereinen oder Gemeinschaften. Oder fängt endlich ein Studium an. Wir sind heute auch mit 60 oder 70 noch in Top-Form, in den „besten Jahren“, wie manche sagen. Wir werden immer älter – das ist schön. Denn wir haben noch einiges vor uns.

Fit bleiben: Was aber zählt ist, in welcher Form wir diese künftigen Lebensjahre verbringen. Ob wir gesund und vital sind und bleiben oder von Beeinträchtigungen geplagt werden. Es gibt viele Hinweise, wie wir uns ein gutes Leben erhalten können. Mit seelischer, geistiger und körperlicher Fitness. Immer wieder hört man von Menschen, die weit über hundert Jahre alt werden, und das bei bester Gesundheit. Wie sie das machen? Meist ist es ein einfaches Leben, das sie führen. Mit viel Bewegung, gesunder Ernährung, Beziehungen, die sie pflegen. Maßhalten und genießen sind die Zauberwörter. Was außerdem dazu gehört zu den besten Jahren: eine gewisse innere Ruhe und Toleranz. Die Lebenserfahrung hat gezeigt, dass „nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird“.

Erfahrung und Reife: Wir haben gelernt, dass man andere Meinungen akzeptieren, auch mal so stehen lassen kann, dass Menschen nun mal unterschiedlich sind. Und wir kämpfen nicht mehr dagegen an. Sondern üben uns in Gelassenheit. Die wir im Lauf der Jahre entwickelt haben. Weitere Fähigkeiten, die dazu beitragen, unser Wohlbefinden bis ins hohe Alter zu erhalten: Optimismus, Gesprächsbereitschaft und die Fähigkeit, Stress gut bewältigen zu können.

Aktiv sein: Alter hat heutzutage nicht mehr so viel mit den tatsächlichen Jahren zu tun. Mit 80 kann ich im Pflegeheim sitzen oder eine Weltreise unternehmen. Alter hat viel damit zu tun, wie gut wir auf uns achten. Wie viel wir noch vorhaben, wie aktiv wir sind, wie weit wir in Bewegung bleiben. Wir können unsere Muskeln trainieren, unseren Geist und unsere Sinne. Kurz gesagt, das wahrscheinlich beste Rezept, um auch in hohem Alter noch jung zu bleiben: Nie aufzuhören mit den „4 L“ – Laufen, Lernen, Lachen und Lieben.

 

Leserbriefanfrage

Problem: Wir sind seit Jahren mit einem Ehepaar gut befreundet, das sich nun getrennt hat. Wir mögen beide gerne, wissen aber nicht so recht, wie wir uns jetzt verhalten sollen. Können wir mit beiden in Kontakt bleiben?
Geritt B. (53), aus Aachen

Lösung: Keine einfache Situation. Man sagt, wenn sich ein Paar trennt, trennt sich auch der Freundeskreis. Wie es nun weitergeht, hängt von vielen Faktoren ab: Sind die beiden noch miteinander (in friedlichem) Kontakt? Oder herrscht Rosenkrieg? Hat einer von beiden bereits einen neuen Partner, während der andere noch leidet? Sprechen Sie mit den beiden, wie sie ihre Freundschaften weiterhin gestalten wollen. Besprechen Sie auch, wie sie es mit künftigen Einladungen halten wollen. Viel hängt vom ehemaligen Paar selbst ab. Wenn beide strikt getrennt Wege gehen und sich nicht mehr sehen oder hören wollen, wird es vermutlich (zumindest am Anfang) besser sein, nicht mit beiden in engen Kontakt zu stehen, Die Gefahr besteht, dass Sie dann als Botschafter zwischen beiden fungieren. Und überlegen Sie selbst: Wer steht mir näher? Vielleicht gab es ohnehin immer mehr Kontakt und Nähe zu einem der beiden. Möglicherweise müssen auch Sie sich nun entscheiden.

 

IN: DAS GOLDENE BLATT, 2013