Männerlust – Männerfrust…

… Was Männer über sich – und was Frauen über Männer wissen sollten“

Samstagmorgen, strahlender Sonnenschein, wieder einmal wartet ein prall gefüllter Tag. Erwin Schiedler (42) trinkt hastig seinen Kaffee aus, klappt den Laptop zu, steht vom Frühstückstisch auf, will raus in den Garten, wo der Rasenmäher schon bereitsteht – und bricht zusammen. Klappt einfach um. Bleibt für einen kurzen Moment bewusstlos am Boden liegen. Kommt wieder zu sich, benommen, mit heftigen Schwindelgefühlen, kein klarer Gedanke möglich, sein Herz rast, er empfindet Todesangst. Seine Frau ruft den Notarzt, dieser lässt ihn ins Krankenhaus einweisen. Erwin Schiedler wird durchgecheckt, Herz, Kopf, innere Organe, er bleibt einige Tage zur Beobachtung im Krankenhaus, dann wird er entlassen. Der medizinische Befund sagt nicht viel aus: die Blutwerte sind nicht optimal, der Blutdruck zu hoch, Cholesterin ebenso, darüber hinaus lassen sich keine nennenswerten Probleme erkennen. Der Schwindel wird auf extreme Verspannungen im Nackenbereich zurückgeführt. Erwin Schiedler geht zur Physiotherapie, erhält Massagen, Packungen. Er macht weiter wie gehabt. Und doch ist nichts mehr so wie früher.

Ein Beispiel von vielen. Männer in der Lebensmitte. Am Gipfel von Kraft, Energie, Erfolg, Karriere. Viele Ziele sind erreicht: Eine Partnerin gefunden, Eheschließung, Kinder, Nestbau, oft verbunden mit enormen finanziellen Risiken, der Lebensstandard ist hoch, zwei, drei Autos, Versicherungen, Reisen, und dann natürlich die Karriere, zu 150 Prozent berufliche Bestleistung, Überstunden, Nachtarbeit, Dienstreisen, Wochenendarbeit, keine Zeit für Urlaub, Handy, i-phone, PC als ständiger Begleiter. Immer erreichbar. Für den Chef, die Kunden, die Arbeitskollegen. Arbeiten und etwas aufbauen. Für die Familie. Für das eigene Ego, das ständig drängt: da geht noch was, da geht noch mehr.

Erwin Schiedler ist seit vielen Jahren in einem internationalen Unternehmen in leitender Funktion tätig. Seit 17 Jahren ist er verheiratet, hat drei Kinder im Alter von 9, 11 und 15 Jahren, die er kaum zu Gesicht bekommt. Seine Ehefrau Sonja, die auch den Haushalt „schupft“, ist halbtags berufstätig. „Wir haben von meinen Eltern ein altes Bauernhaus mit viel Wald und Wiesen übernommen, ein großes Grundstück. Meine Eltern haben sich alles mit eigenen Händen aufgebaut. Sie haben immer viel gearbeitet, eigentlich rund um die Uhr. Auch wir Kinder mussten von klein auf mitanpacken. Und trotzdem war die Arbeit nie fertig, die Eltern immer nur erschöpft.“ Die Mutter ist inzwischen verstorben, der Vater lebt noch im Haus, kann sich allein nicht mehr versorgen. Erwin Schiedler und sein Frau Sonja teilen sich die Pflegearbeit. Neben allem anderen.

Erwin Schiedler selbst ist viel unterwegs, viele Geschäftsreisen, vor allem USA, Kanada. Er ist oft wochenlang nicht zuhause. „Ich kannte immer nur Arbeit. Erst kam die Arbeit, dann lang nichts, dann die Familie. Mich wundert’s, dass meine Frau das überhaupt so lange durchgehalten hat mit mir“, sagt er heute. Er arbeitet jeden Tag bis spät abends, jedes Wochenende. Zeit für Bewegung, Sport, Hobbies, Freunde gibt es schon lange keine mehr. „In jungen Jahren, da war ich ein begeisterter Sportler, bin sogar Radrennen gefahren“. Jetzt zählt nur mehr die Arbeit – im Job, im Haus, im Garten.

Die Rushhour des Lebens wird sie genannt, diese Zeit zwischen Ende der Ausbildung und Lebensmitte. Familiengründung, Hausbau, Berufseinstieg, Karriere. Alles gleichzeitig. Alles drängt sich hier zusammen, Anforderungen von allen Seiten. Und der Mann steht meist in vollem Saft. Voller Energie, voller Tatendrang. Schaffe, schaffe, Häusle baue… Die Welt ist groß und vieles will erreicht, gesehen, erlebt werden. Die Kraft scheint unendlich.

Der Mann am Zenit seines Lebens, am Gipfel, in der glänzenden Mittagssonne, wie Roland Kachler es so schön bezeichnet, am Siegerpodest. Das mag wohl für jeden Mann etwas anderes sein, aber hier ist das Ergebnis sichtbar, die materielle Verwirklichung der eigenen Pläne, Vorhaben – Erfahrung, Wissen, Kompetenz fließen hier zusammen, für andere sichtbar in Taten umgesetzt, in Erfolg, Geld, Status, Macht. Und Experte Kachler empfiehlt: genießen, was geht!

Tatsächlich bleibt in diesen Lebensjahren jedoch kaum Zeit zum Genießen: Termine, wohin man schaut, eingebunden sein in eine Fülle von Pflichten, die den Tagesablauf bestimmen, Jahr für Jahr für Jahr. Kinder großziehen, ein Haus bauen, einen Baum pflanzen… noch immer bestimmen gesellschaftliche Vorgaben, wie ein klassischer Lebenslauf auszusehen hat. Alltag ist eingekehrt. Und dann ist mit einem mal, manchmal schleichend, manchmal sehr abrupt alles anders.

Nach seinem Zusammenbruch geht es Erwin Schiedler schlecht. Körperlich fängt er sich allmählich wieder, diffuse Schwindelgefühle bleiben, aber seelisch kommt er nicht mehr so recht auf die Beine. Er weiß nicht mehr, was er will, wie sein Leben ausschauen soll, die Familie ist ihm fremd geworden. Eine kurze Affäre mit einer Kollegin stürzt ihn in einen Hormonrausch, er ist verliebt, denkt daran alles liegen und stehen zu lassen, mit der Geliebten ein neues Leben anzufangen, aber die Kollegin beendete die Affäre recht bald und Erwin fällt ins Bodenlose. „Nicht mal für Frauen war ich mehr interessant!“ Als Sonja, die Ehefrau, von der Affäre erfährt, kippt auch sie um. Eine Trennung scheint unvermeidlich.

Der Weg zum Gipfel hat seine Schattenseiten, nichts im Leben ist nur schön, alles hat seinen Preis – und Männer verdrängen nun mal gerne. In seinem Artikel „Männer in der Lebensmitte“ beschreibt Psychologe Roland Kachler anschaulich drei beliebte Männer-Lebenswege: das Siegfried-, Sisyphus- und Reinhold-Messner-Syndrom.
Der Erste ein strahlender Held, der unverletzliche Sieger, mit knallhartem Schutzschild nach außen, das keine Empfindung, keine Gefühle, keine Berührung mehr durchlässt – das ist der Preis der Unverwundbarkeit. Im Berufsleben top, in Beziehungen oft kalt, unnahbar, nicht präsent.

Zweiterer ein unermüdlicher Arbeiter. Er schiebt seine Steinbrocken tagtäglich nach oben, geht in seinen Pflichten auf, macht verlässlich seine Arbeit und fragt nicht viel nach Sinn und Vision – er tut einfach, was zu tun ist. Auch er vergisst bisweilen auf Liebe, Leidenschaft und andere Qualitäten, die das Leben noch bereithält.
Der dritte schließlich braucht immer neue Gipfel, nie ist er zufrieden, kaum hat er einen bestiegen, muss der nächste her. Abenteuer, stets neue Ziele sind sein Lebensmotor. Innehalten, Ruhe aushalten, genießen, dabeibleiben ist in seinem Lebenskonzept nicht vorgesehen. Das klassische Bild unserer Zeit: schneller, stärker, höher.

Lange Zeit mögen diese Strategien auch prächtig funktionieren. Doch sie sind einseitig und nicht für Dauer gemacht. Irgendwann stößt jeder Mann damit an seine Grenzen – ignoriert sie vielleicht, geht darüber hinweg, immer und immer wieder – bis das System zusammenbricht… bis nichts mehr geht.

Sehr offen berichtet Christian Hlade (48) von seiner großen Krise. Er ist Gründer & Leiter von „Weltweitwandern“, das heuer in Berlin gleich zwei „Reise-Oskars“ eingeheimst hat und für sein Engagement in Sachen Nachhaltigkeit & Unternehmerische Verantwortung (CSR) internationalen Ruhm erntet. „Mein Grundmotiv war immer schon eine große Tatkraft und ein sprühendes Naturell – ich mach gern viele Sachen gleichzeitig, schöpferisches Tun ist mir wichtig.“ Dass er dabei im Laufe der Jahre seine Grenzen übersehen hat, kann der umtriebige Unternehmer mittlerweile gut erkennen.

Schon seine Eltern sind selbständig, haben eine Baufirma. Er erlebt sein Elternhaus als sehr leistungsorientiert, fordernd. „Klar, da war alles im Aufbau damals, es war üblich, dass man immer gearbeitet hat“. Er studiert Architektur. „Mein Weg war eigentlich vorgezeichnet, ich sollte Nachfolger werden in elterlicher Firma“. Immer wieder bricht er jedoch aus, unternimmt lange Reisen, weg vom Einfluss der Eltern. Versucht einerseits den von daheim vorgegebenen Weg weiter zu gehen und sich gleichzeitig neue, eigene Wege zu suchen. „Es war schon stressig, ich bin häufig zweigleisig gefahren, hatte Jobs in Architekturbüros und habe nebenbei als Reiseveranstalter gearbeitet.“

Seine Ansprüche, Ziele sind hoch, er will etwas auf die Beine stellen, tolle Projekte machen, aber er ist auch unsicher, Zweifel nagen an ihm – „da war ein permanenter Druck, gut sein zu müssen, ich hatte die Latte sehr hoch gelegt und die ganze Zeit etwas gesucht, wo ich gut sein kann… ich wusste nur, es war nicht die Architektur“.

Christian Hlade studiert trotzdem fertig und geht im Jahr 2000 für sechs Monate nach Ladakh, um sein damaliges „Herzensprojekt“ zu verwirklichen – im Rahmen seiner Diplomarbeit baut er in einem abgelegenen Himalaya-Bergdorf eine solarbeheizte Dorfschule auf. Seine bisherige nebenberufliche Tätigkeit als Reiseveranstalter wird ausgeweitet, um diese „Auszeit“ zu finanzieren. Alles läuft bestens und so wird nach seiner Rückkehr 2001 das Reiseunternehmen „Weltweitwandern“ aus der Taufe gehoben. Christian Hlade hat seinen Weg gefunden. Es folgen Jahre des stetigen Firmenaufbaus, die Heirat mit Carmen, drei Kinder kommen zur Welt, ein Wohnhaus wird gebaut und schließlich noch ein Bürogebäude für sein Unternehmen – nach eigenen Vorstellungen und strengen ökologischen Kriterien.

„Es war anstrengend, aber auch wunderschön – im Lauf der Jahre hatte sich alles erfüllt, meine Pläne sind Wirklichkeit geworden“, so Hlade. Aber er sieht auch, dass er sich dabei stark übernommen hat: „Es ist alles zusammengekommen damals: das dritte Kind, die Firma leiten, nebenbei selber bauen, außerdem bin ich ein sehr ungeduldiger Mensch und bauen heißt auch, es geht um viel Geld, viel Verantwortung, Zeitdruck. Ich hab meine Kräfte falsch eingeschätzt… 2010 war das Büro fertig und ich auch, ich hatte die totale Sinnkrise, keine Motivation mehr, keine Freude, nur mehr Erschöpfung, Müdigkeit…“ Aber Christian Hlade macht weiter, es ist Wirtschaftskrisenzeit, der Bürobau hat viel Geld verschlungen und während der Bauzeit war wenig Zeit sich um die Firma zu kümmern – „da kommen dann die inneren Dämonen, Ängste, Zweifel.“ Also hat er nochmals viel Energie reingepulvert, die Firma weiter gestärkt. Selber aber ist er nur noch erschöpft. Das große Eröffnungsfest im Juli 2011 steht er noch durch, „aber da hab ich schon gespürt, ich muss aufpassen, es geht so nicht mehr weiter, auch meine Frau, meine Mitarbeiter haben mir rückgemeldet, dass ich nur mehr planlos, zerfahren bin, nicht mehr konzentriert.“ Der Alarm kommt also schon von allen Seiten, von Familie, Freunden, Mitarbeitern.

Die Lebensmitte, biologisch gesehen etwa um die 40 – aber da „denkt kein Mann an Krise“, wie Roland Kachler es so schön formuliert – hat sich tatsächlich mehr in Richtung „psychologischer Lebensmitte“ verschoben, auf 45, 50 Jahre. Ausbildungswege sind heute länger, Partnerschaft, Kinder folgen später, alles verschiebt sich nach hinten. Karriereverläufe sind komplexer, es gibt mehr Positions- und Berufswechsel, aber auch ein anderes Gesundheitsbewusstsein. Es wird mehr Wert auf Fitness und Aussehen gelegt, all das zögert den Alterungsprozess hinaus.

Und: es muss auch nicht immer der große Crash sein, aber Veränderungen machen sich so gut wie immer bemerkbar in dieser Lebensphase. Zunächst oft nur körperlich, fast immer aber ganzheitlicher, bis hin zur „Krise totale“. Außen wie innen. Der Körper verändert sich, die Haare werden grau, werden weniger, dafür wächst der Bauch, die Sexualität lässt nach, im Ehebett spielt sich nicht mehr viel ab. Die Freunde sind davongedriftet, allesamt ebenso eingebunden im Alltagshamsterrad, das regelmäßige Sporttraining, das einst geliebte Hobbie sind auf der Strecke geblieben, und irgendwie war da nie viel Zeit zum Nachdenken, zum Nachspüren: Ist das noch gut so? Will ich das so?

So manche Fachleute sprechen auch beim Mann von der midlife crisis, der Andropause, dem Übergang zu einer neuen Lebensphase. Nicht selten empfindet sich der Mann am Scheideweg. Der Gipfel ist erreicht, der Zenit überschritten – die Leistungsfähigkeit sinkt, Kraft und Ausdauer lassen merklich nach, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, generelle Lustlosigkeit machen sich bemerkbar. So mancher Mann erlebt an sich plötzlich unerklärliche Stimmungsschwankungen, nächtliche Schweißausbrüche, Herzrasen, eine ständige Gereiztheit. Schlafstörungen und gröbere körperliche Probleme – Bandscheibenvorfall, ständig wiederkehrende Infekte oder das lang gehegte Magengeschwür – bis hin zu schwereren Erkrankungen („der erste Herzinfarkt“) lassen grüßen. Auch in sexueller Hinsicht ist jetzt öfter „tote Hose“. Die Lust lässt nach, es dauert immer länger, bis „er“ noch steht – Kleinigkeiten irritieren und schon fängt „er“ an zu bocken. Die Angst vor Impotenz steht drohend im Raum. Hand in Hand mit der Angst vor dem heimlich wachsenden Prostatakrebs.

Zu diesen enormen körperlich-seelischen Revolten gesellen sich womöglich ernstere Probleme in der Partnerschaft, am Arbeitsplatz verändern sich Arbeitsbedingungen in immer schnelleren Rhythmen, Jüngere werden vorgezogen, der immer häufigere Griff nach dem Bier- oder Weinglas, nach dem permanent nötigen Schlaf- oder Aufputschmittel lässt den Verdacht auf Suchtgefahr reifen.

Hans Gradwohl, heute 52, als Vertreter einst viel unterwegs, weiß, wo von er spricht: „Ich war immer rund um die Uhr beschäftigt. Meine Frau Petra hat sich um Haushalt und Kindererziehung gekümmert.“ Die beiden haben eine heute 19jährige Tochter, einen 17jähriger Sohn. Die Ehefrau arbeitet im Handel, die Arbeitszeiten lassen nicht viel Gemeinsames zu. Die beiden leben nebeneinander her, entfremden sich mehr und mehr. Vor vier Jahren schließlich kommt es zur Scheidung. Es wird ein Rosenkrieg. Beide kämpfen um das gemeinsame Haus, den mühsam erarbeiteten Besitz. Hans Gradwohl zieht aus, seine Frau bleibt mit den Kindern im Haus. Die Ersparnisse gehen an die Anwälte.

Schon länger leidet der Angestellte unter massiven Rückenproblemen und Schlaflosigkeit. Schmerz- und Schlafmittel begleiten ihn schon jahrelang. „In meinen Kreisen wird gern und viel getrunken, da musst du mitmachen, wenn Kunden dich einladen, du kannst nicht dauernd nur bei einem Glas Wasser sitzen“. Sein Alkoholkonsum steigt kontinuierlich. Auch ohne Kunden und Kollegen. So gleitet sein Leben dahin, bis er beim Heimfahren eines Nachts völlig übermüdet einen Unfall baut – er rammt mit voller Wucht ein anderes Auto. Beide Autofahrer sind verletzt, überleben. Hans Gradwohl liegt mit Kopfverletzungen und Rippenbrüchen lange im Krankenhaus. Der Führerschein ist weg, der Job gekündigt, die Gerichtsverhandlungen laufen. Hans Gradwohl zahlt Schmerzensgeld, er verliert seine Wohnung, ist am Tiefpunkt angelangt. „Da kommen dir schon so Gedanken, ob sich das noch lohnt, ob man da noch weiterleben will“. Lange Zeit hat er noch körperliche Schmerzen, doch es sind vor allem die Verluste, die schmerzen. „Alles, was du dir das ganze Leben lang aufgebaut hast, ist mit einem mal zunichte“.

Ein Freund ist für ihn da, lässt ihn bei sich wohnen. Hans Gradwohl rappelt sich auf, beginnt zu kämpfen, für sich, seine Kinder, für ein neues Leben. „Es hat lange gedauert, bis ich wieder auf die Beine gekommen bin“. Er regelt seine finanziellen Angelegenheiten mit Hilfe der Schuldnerberatung. Er kämpft gegen die Sucht an, holt sich Hilfe im Beratungszentrum. In vielen, vielen Einzelsitzungen wächst Erkenntnis, wächst Hoffnung, passiert Neuorientierung. Wieder neu beginnen. Viel Fragen tauchen auf: Was habe ich falsch gemacht, warum ist es soweit gekommen? Was will ich jetzt anders machen?

Manchmal müssen große Zusammenbrüche, große Umbrüche passieren, damit ein Mensch bereit sich, sich neu zu orientieren. Manchmal wird man vom Leben gezwungen etwas zu verändern. Viele Männer spüren zwar vielleicht schon länger tief im Inneren, dass es „so nicht mehr weitergehen kann“ – aber oft sind es erst der Arzt, der Jobverlust oder die Ehefrau, die auf Trennung beharrt, die sie dazu zwingen hinzusehen. Sie stehen am Scheideweg und sind nun erstmals bereit nachzudenken – über sich, ihr Leben, ihre Werte, Ziele. Viele fangen jetzt erst an, sich damit auseinanderzusetzen, darüber zu reden. Sie haben nicht viel Übung darin.

Brigitta Fetsch, Psychologin und Psychotherapeutin in freier Praxis ortet eine Ursache für viele Männer-Krisen auch im aktuellen Wandel von Familie und Beziehungen. „Frauen verändern sich, brechen aus Rollenmustern aus, fordern mehr ein, benehmen sich anders als noch ihre Mütter und Großmütter. Die Rollenmuster ändern sich“. Während Frauen für einen Mann früher das große Sicherheitsnetz im Hintergrund waren, Rückhalt im trauten Heim geboten, sich um alles Übrige gekümmert haben – fällt das nun zunehmend weg. „Eine Frau will heute nicht mehr ihrem Mann bloß den Rücken freihalten, damit er Karriere machen kann. Und der alte Spruch: „Der Mann hat das Sagen“ stimmt heute halt einfach auch nicht mehr“. Die Frage ist: Wie reagieren Männer darauf, wie gehen sie damit um? Schaffen sie den Wechsel oder fällt der Mann aus – und mitten hinein in die Krise? Zudem, so die Psychologin, sei es auch normal, in der Lebensmitte generell einmal Bilanz zu ziehen. „Die Bedürfnisse ändern sich, es kommt zu körperlichen Veränderungen, der Mann war gewohnt: da ist immer jemand im Hintergrund, und das ist nun anders“.

Insgesamt seien aber auch im Berufsalltag die Anforderungen gestiegen. „Es gibt keine Sicherheiten mehr, es wird viel öfter gewechselt, mehr gefordert, es kommt öfter zu Neuanfängen, der berufliche Lebenslauf ist nicht mehr so geradlinig: Ausbildung – Job – Pension. Heute hat jeder mehrere Arbeitsstellen, mehrere Berufe, der Lebenslauf ist länger, bunter, transparenter. Ich kann mich heute nicht mehr darauf verlassen: jetzt hab ich`s mir gut gerichtet, das bleibt jetzt so, nein, Kollegen wechseln, Führungskräfte wechseln, Anforderungen wechseln. Nichts bleibt mehr gleich und dieser ständige Wechsel, Wandel macht Stress“. Geborgenheit, Sicherheit und Stabilität zählen aber zu den Grundbedürfnissen des Menschen und das bricht zunehmend weg, privat wie am Arbeitsplatz – Freundschaften, Kollegen, Partner wechseln immer häufiger in einem Leben. Und, so die Psychologin, die auch Männercoaching in ihrer Praxis anbietet: „Männer haben sich diesen Veränderungen noch nicht wirklich angepasst“. Sehr oft kämen Männer zu ihr, tief verletzt und gekränkt ob der neuen Bedingungen – „ich habe doch immer alles für die Familie getan“, sagen sie. Und jetzt sind sie gezwungen nachzurüsten. Auch Fremdgehen wird in diesem Lebensabschnitt ein beliebtes Thema – nach dem Motto: jetzt tu ich endlich mal etwas nur für mich!

So mancher Mann startet in dieser Phase gern in seinen zweiten Frühling. Er will nicht wahrhaben, dass er älter wird, dass die Kräfte nachlassen. Also gibt er noch einmal Gas: die Partnerin wird ausgetauscht, eine jüngere Freundin kommt nach, die Haare werden gefärbt, ein Flinserl ins Ohr gesteckt, das alte Familienauto gegen einen flotten Porsche getauscht, die Garderobe auf jugendlich getrimmt. Mit der neuen Flamme hüpft man bis in die Morgenstunden in der Disco herum und beweist allen, die es nicht wissen wollen, dass „man“ noch frisch und fit ist wie eh und je. Dass „man“ es noch drauf hat, dass „man“ es noch bringt“… So manchen treibt es mit einem Mal ins Fitnessstudio und zum Marathonlauf, andere stürzen sich in Aktionismus und sind wichtig in Vorständen, Komitees, als Vorsitzende und Präsidenten.

Als nicht ganz so geglückt betrachtet Psychologin Fetsch dieses neuerliche Gasgeben. „Männer haben oft die Einstellung bei Problemen, Schwierigkeiten – ich muss handeln, etwas tun, ändern, das heißt, sie verfallen in noch mehr Aktivität, noch mehr tun, noch mehr Anstrengung, noch mehr abhärten. Das ist in diesem Fall aber die falsche Strategie.“

Auch wenn sich bei Männern die Wechseljahre körperlich vielleicht weniger dramatisch abspielen als bei Frauen, es gibt klare biologische Veränderungen: der Hormonspiegel sinkt, die Balance zwischen einzelnen Hormonen verschiebt sich. Die Auswirkungen können fatal sein: Männer definieren sich vorwiegend über Leistung und Sexualität – je stärker ein Mann aber sein Selbstwertgefühl nur aus seiner Leistung schöpft, desto stärker wird auch sein Verlustgefühl, die Verunsicherung, Kränkung sein. Die (unausgesprochene) Angst vor Konkurrenz, den Jungen, die jetzt das Ruder übernehmen wollen – im Beruf, bei den Frauen – nagt gewaltig. Die Angst nicht mehr mithalten können, kann noch einmal zu Höchstleistungen anspornen.

Andere dagegen werden still, gehen auf Rückzug, fallen in die Depression. Bei Männern zeigen sich Veränderungen in der Lebensmitte durchaus auch im seelischen, psychosomatischen Bereich – sie werden dünnhäutiger, reizbarer, unsicher. Das Problem dabei: Darf ein Mann sich und anderen Schwäche eingestehen, sich Hilfe holen? Für Männer ist es oft deshalb so schwierig, weil sie so gern alles mit sich alleine ausmachen, sie kennen keine Gespräche, sind sehr allein mit ihren Problemen. Andere Männer werden eher als Konkurrenten denn als Gesprächspartner erlebt, die Angst als „tuntig“ eingestuft zu werden, steht vielen im Weg. Sie sehen den Verlust, nicht Chancen des neuen Lebensabschnittes.

Eine alte Männerrolle besagt: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“. Ein Mann reagiert nicht auf Kleinigkeiten, es muss schon was ordentliches sein. Brigitta Fetsch: „Männer erleben sich mehr über ihren Körper – erst wenn da massive Probleme auftauchen, dann muss wohl was sein, dann werden sie allmählich aufmerksam. Dauernd schlecht geschlafen und ein bisschen Kopfweh ist zu wenig, das gibt nichts her. Erst eine offensichtliche Krise gibt die Bestätigung und auch die Erlaubnis, dass ein Mann nicht mehr können kann“. So muss manchmal halt erst der große Crash kommen, die totale Erschöpfung – „erst wenn spürbar wird, da geht gar nichts mehr, dann erst reagieren Männer. Oft schon sehr spät“.

Was passiert aber, wenn Männer zur Therapie kommen? Die Psychologin dazu: „Zuerst kommen Männer meist mit ihrer Frau gemeinsam in die Paartherapie, weil die Frau sie dazu drängt. Ich biete dann gerne Einzelgespräche an und allmählich kann sich ein Mann dann darauf einlassen. Aber es kommen noch immer wenige Männer von sich aus zu einer Beratung, schon gar nicht prophylaktisch. Es ist ein Glücksfall, wenn es gelingt, da vorher etwas abzufangen.“ Wenn ein Coaching Prozess aber einmal gestartet ist, dann passiert viel. „Es hilft oft, eine Situation neu zu bewerten. Vieles läuft zunächst nur auf kognitiver Ebene, es ist ein Spiel mit neuen Gedanken, neue Strategien werden durchgedacht. Männer haben gerne ein klares Ziel und sie wollen geschwind zu einer Lösung kommen, sie suchen die richtigen Techniken dazu.“
Und manchmal gelingt es auch recht flott, Veränderungen anzugehen, zuerst über Kopf und Körper. Das Ansprechen und Zulassen von Gefühlen kommt erst später. Wenn überhaupt, so die Psychologin.

Erstmals können nun vielleicht Gespräche mit anderen Männern gesucht werden. Vorsichtig wird nachgefragt, wie es dem anderen geht, wie andere so tun. Männergruppen, die über lose Stammtischgespräche hinausgehen, die sich mit dem Mann-Sein heute beschäftigen, werden immer öfter etabliert.

Das Thema Gesundheit rückt auch für Männer allmählich in den Vordergrund. In Österreich hat das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz mittlerweile den zweiten offiziellen „Männerbericht“ vorgelegt – ein großer Teil darin widmet sich dem Thema Gesundheit. 77 Jahre beträgt heute die Lebenserwartung für den Mann (im Vergleich: 83 Jahre für die Frau) – 61 Jahre davon sind Männer durchschnittlich „bei guter Gesundheit“. Studien belegen, dass Männer in Österreich im Schnitt um 5,7 Jahre früher sterben als Frauen, überproportional häufig von Herz-Kreislauferkrankungen, Leberzirrhose und Lungenkrebs betroffen sind, Männer mit höherer Wahrscheinlichkeit Selbstmord begehen als Frauen, Männer die Mehrheit der Opfer des Straßenverkehrs und von schweren Arbeitsunfällen bilden und sich dennoch gesünder fühlen als Frauen und seltener zum Hausarzt gehen.

Männer galten ja immer als das „starke Geschlecht“, sprich: gesund, fit und leistungsfähig. Wozu also über Probleme und Krankheiten nachdenken? Doch ganz sachte setzt ein Umdenken ein, das auch von Politik und Gesundheitswesen angeregt und mitgetragen wird.

Mittlerweile haben sich in Österreich und Deutschland einige Männerberatungsstellen- und Netzwerke etabliert, wie zum Beispiel das Netzwerk für Männergesundheit in Tübingen. Darunter versteht sich ein Verbund von Fachleuten, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Gesundheit von Männern befassen. Dazu bietet das Netzwerk Kontaktmöglichkeiten, Informationen und Termine zu verschiedenen Veranstaltungen. Themen finden sich auf der Internetseite viele, sei es zu Sexualität, Bewegung, Konfliktbewältigung, Entspannung und Stressabbau. Fachleuten und Referenten werden vermittelt und ein Newsletter informiert regelmäßig über Neuigkeiten aus Wissenschaft und Forschung.

Die 2008 gegründete „Stiftung Depressionshilfe“, deren Schirmherr der Entertainer Harald Schmidt ist, will Vorurteile abbauen, informieren und über Behandlungsmöglichkeiten aufklären. Denn Depressionen sind auch bei Männern ein großes Thema. Die Behandlung von Depressionen bei Männern verursacht laut Statistischem Jahrbuch 2007 in Deutschland Kosten von über 1,1 Milliarden Euro im Jahr – das ist fast so viel wie bei Prostatakrebs ( 1,3 Milliarden Euro). Wobei Männer mit der Diagnose Depression gröbere Probleme haben, weil es so gar nicht mit dem gängigen Männlichkeitsbild übereinstimmt.

Auch wenn sich ein Mann in seiner Lebensmitte durchaus gesund und fit fühlt – so merkt er womöglich im Bett, wenn die persönliche Leistungskurve den Zenit überschritten hat. Viele Männer definieren sich über ihre Potenz (wie schnell, wie oft, wie lang), wenn da nichts mehr geht, ist das ein Angriff auf die Männlichkeit, auf das Selbstwertgefühl schlechthin. Sehr schnell kann sich ein Mann dann ordentlich entwertet fühlen. Dass es genug Männer gibt, die mit einer Erektionsschwäche kämpfen, beweisen die unzähligen Werbespams, die diverse potenzsteigernde Mittel anbieten und damit mittlerweile unsere PCs überschwemmen – die Nachfrage muss offensichtlich groß sein.

„Natürlich gibt es auch ein Nachlassen, wenn man so will, der sexuellen Leistungsfähigkeit“, betont der Psychiater und Psychotherapeut Helmut Klampfer. „Der Zenit der sexuellen Potenz wird zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr angesetzt – beim Mann!“ Von da an geht`s bergab? „Aber nur, wenn man dabei ausschließlich die Performance im Auge hat“, so der Facharzt, „eine mehr über die Medien transportierte Norm, was denn „gelungene“ Sexualität ausmache“ – die seiner Meinung nach mehr Schaden verursacht als der stetig nachlassende Testosteron Spiegel.

Was hat es nun aber mit dem Testosteron auf sich? Testosteron gilt als das wichtigste Geschlechtshormon bei Männern. Es ist ein Allrounder und bewirkt in der Pubertät die Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane, es ist für das Wachstum mitverantwortlich und sorgt für die Spermienproduktion. Es fördert das Wachstum von Körper- und Barthaaren und besitzt eine anabole, also muskelaufbauende Wirkung. Ein hoher Testosteronspiegel fördert das Entstehen bzw. die Steigerung von sexuellem Verlangen. Generell werden Antrieb, Ausdauer, dominante und aggressive Verhaltensweisen dadurch mitbestimmt. Testosteron spielt eine Rolle für den Körperbau, die psychische Verfassung und das Leistungsvermögen insgesamt. Wer sich sportlich betätigt und dadurch sein Gewicht senkt, hebt seinen Testosteron Spiegel. Alkohol, Nikotin, Stress dagegen sind die natürlichen Feinde des Testosteron.

Was passiert nun im Körper eines Mannes in der Lebensmitte? „Testosteron – das Hormon, das uns zu Männern macht – variiert generell und nimmt im Laufe der Lebenszeit kontinuierlich ab“, so der Mediziner. „Das bedeutet, dass sich beispielsweise die bestehende Muskelmasse bei durchschnittlicher Lebensführung im Alter zwischen 20 und 70 Jahren um 30 bis 50 Prozent reduziert. Wer seine Muskeln nicht trainiert, verliert sie schneller, während jemand, der kontinuierlich trainiert und in Bewegung bleibt, diesem Abbauprozess bis zu einem gewissen Grad entgegenwirken kann“. Ebenso wird auch unser Nervenzellgewebe mit zunehmenden Alter kontinuierlich weniger, ob und wie weit hängt ebenfalls davon ab, wie stark wir unsere grauen Zellen benutzen und trainieren oder eben verkommen lassen. Die immer wiederkehrende Botschaft der Mediziner daher: „Muskeln und Hirn müssen regelmäßig trainiert werden, damit sie bis ins hohe Alter erhalten und funktionsfähig bleiben“. Eigentlich ja ganz verständlich und nachvollziehbar. Was nicht benutzt wird, verkümmert.

Und wie ist das nun mit der sexuellen Leistungsfähigkeit, über die sich die Mehrzahl der Männer definieren? Der Facharzt relativiert: „Allgemein heißt es, wenn das Testosteron sinkt, dann sinkt die Potenz. Aber dieser Zusammenhang ist keineswegs gesichert. Es gibt viele Gründe für eine Potenzabnahme bei Männern – bei bis zu 80% der Fälle mit erektiler Dysfunktion finden sich medizinische Ursachen wie Diabetes, Atherosklerose, Multiple Sklerose oder schlicht Nebenwirkungen von Medikamenten. Außerdem hat Impotenz auch eine starke psychische Komponente.“

Viele Männer seien in ihrem Leben oft so erschöpft, dass sie einfach keine Zeit und Lust mehr haben auf Sex. Der Arzt vermutet, dass allen voran Stress, Zeitmangel, zu viele Pflichten schuld daran sind, dass sich keine Möglichkeit für Lustaufbau und Kommunikation zwischen den Geschlechtern findet. Außerdem sei bei uns eine sexuelle Übersättigung spürbar. Die permanente Reizüberflutung in allen Medien, die ständige Verfügbarkeit sexueller Dienstleistungen lässt die Lustkurve nochmals nach unten fallen. Dazu wird ein falsches Bild von Sexualität vorgegaukelt – die permanente Dauererektion, der Mann, der immer und überall kann, rascher Sex ohne viel Drumherum … das macht Druck und so mancher „macht es sich dann lieber schnell mal am Klo“, das geht einfacher, ist kein Aufwand, braucht kein Vor- und Nachspiel, keine Diskussionen und Erklärungen.

„Männer haben wenig Gefühlsselbsterfahrung“, meint auch der Psychiater, „sie sind genauso verletzbar, auch wenn sie es nicht zugeben, sie können ganz schwer umgehen damit, fahren gern über eigene Gefühle drüber, ebenso wie über die von anderen. Es ist für sie oft zu mühevoll auf ein komplexes Gefühlsleben einzugehen.“

Eine Studie der Universität Manchester stellt 2010 generell in Frage, ob die zahlreichen Symptome überhaupt mit der Höhe des Testosteronspiegels korrelieren und ob eine Testosteronsubstitution ursächlich hilft. Die Forscher konnten nämlich zwischen den Wechseljahresbeschwerden bei Männern in fortgeschrittenem Alter und einem niedrigen Testosteronspiegel keinen signifikanten Zusammenhang feststellen.

„Aus meiner Erfahrung in der Praxis kann ich sagen, dass die zunehmende Depressivität und Erschöpftheit nicht so sehr ein Phänomen des alternden Mannes ist, sondern auf generelle gesellschaftliche Umstände zurückzuführen ist“, so Klampfer weiter. Rollenunsicherheit, zunehmender Zeitdruck, Wirtschaftsdruck usw. seien Phänomene, die auch für Burnout auslösend sind. „Wenn ich in der Praxis Männer befrage, was sie sich wirklich wünschen, kommt oft die stereotype Antwort, darüber hätten sie nie nachgedacht, sie hätten ihr Leben lang in Arbeit und Beruf gelernt zu funktionieren“.

Insofern meint der Psychiater, dass Männer „nicht so sehr aufgrund ihrer biologischen Gegebenheiten große Probleme haben, sondern dass es sich um ein gesellschaftspolitisches Problem handelt. Meine persönliche Meinung dazu ist: insgesamt legen wir in der heutigen Zeit die Betonung zu sehr auf Leistung und definieren uns und unseren Selbstwert zu stark daraus. Viele Grundbedürfnisse, die unser Mensch-Sein ausmachen und uns lebendig erhalten, wie Natur erleben, Bewegung, sich ohne Terminkalender treiben zu lassen, aber vor allem glückliche Beziehungen zu anderen werden dabei stark vernachlässigt“.

Christian Hlade, Weltweitwandern-Chef, sagt dazu, dass heutzutage das Leben vielfältiger sei, es gebe viel mehr Angebote und Möglichkeiten sein Leben zu gestalten, das „ist aber auch Stress“. Im Vergleich zu seinem Vater sei außerdem das klassische Mannbild „aufgeweicht“ – es bräuchte mehr heute – „ich will ein klasse Vater sein, will aber auch meine Freizeit genießen können, bin kulturell interessiert usw.“

Wie ist es bei ihm schließlich weitergegangen? „Damals im Juli 2011 gab es ein wirkliches schönes Fest, über 100 Leute sind gekommen. Aber danach bin ich in eine wilde Depressionen gefallen, bin einfach nicht mehr aus dem Bett gekommen, hatte tagelang kein Antrieb, die totale Lebenskrise.“ Seine Ziele hat er verwirklicht, aber seine Kraft war erschöpft. „Die nächsten Wochen waren arg, ich hab mich einfach nicht mehr ausgekannt, hatte Gedächtnislücken, Aussetzer im Hirn. Ich bin untergetaucht, hab nicht gearbeitet, konnte die freie Zeit aber auch nicht genießen, alles schien nur mehr düster und schwarz“. Christian Hlade hatte keine körperlichen Probleme – „meine Seele hat gestreikt, noch vor dem Körper, es war so etwas wie ein seelischer Schutzschalter, ich konnte nichts mehr tun, nur mehr liegen und schlafen.“ Hilfe anzunehmen schien damals noch unmöglich. Er will sich den Sommer freihalten, Druck rausnehmen und hat den Ehrgeiz: Ich schaff das allein! „Und so habe ich mich durchgewurschtelt, phasenweise ging´s besser, dann bin ich wieder abgesackt. Ich hab mich sehr verlassen gefühlt von allen, konnte aber gleichzeitig kein Hilfe annehmen, wenn jemand auf mich zugegangen ist, hab ich ihn wieder weggestoßen“. Auch seine Frau ist ratlos, macht sich Sorgen, es ist eine große Belastung für die Beziehung. „Und es war schwierig mit den Kindern, ich hab keinen Lärm ausgehalten, der Druck war da, ein guter Papa zu sein, das hab ich nicht erfüllt“. Christian Hlade quält sich nur mehr zwischen Aggression und Schuldgefühlen. „Und immer war da diese Angst, ich komm da nicht mehr raus, das bin ja nicht mehr ich, ich hatte keine Vorstellung, wie das wieder anders werden könnte“.

Der Wendepunkt kommt schließlich, als er irgendwann meint, er würde am liebsten abhauen. Denn seine Frau sagt: „Ja, fahr weg! So wie du jetzt bist, hab ich ohnehin nichts von dir“. Von sich aus hätte er es wohl nicht gemacht – „ich kann doch meine Familie nicht im Stich lassen“. Aber das ok war da von allen. „Ich hatte die Erlaubnis von Carmen, dann bin ich in die Firma zu meinen Mitarbeitern gegangen und hab allen mitgeteilt, was los ist. „Ich nehme mir eine längere Auszeit!“ Und die Mitarbeiter beruhigen ihn: „Wir schaffen das schon!“
Schlagartig geht es Christian Hlade besser. „Ich hab sofort angefangen meine Reise zu planen“. Endlich war da die Erlaubnis: ich muss nicht der super Papa sein, nicht der ständig anwesende Firmenchef, der liebende Gatte, ich kann ganz für mich sein, Monate, viele Monate nur für mich…“ Diese Erlaubnis war entscheidend, war wichtig, endlich war der Druck weg. Der Reiseprofi packt seine Sachen und geht vorerst für zwei Monate nach Nepal, zum Wandern und in ein tibetisches Kloster.

Auch Männercoach Brigitta Fetsch bestätigt: In Krisenzeiten sind manchmal andere Strategien angesagt: sich zurückziehen, nachdenken, zurückschrauben, nichts tun, innehalten, nachspüren, nach innen horchen… „So hab ich das noch nie betrachtet“, sagen Männer dann. Und: „Das gönn ich mir jetzt“. Das sei oft erst danach möglich, dass Männer anfangen etwas ganz für sich zu tun.

Und, so die Psychologin weiter: gefährlich werde die Krise nur und gewaltiger, wenn man allein bleiben will, sich keine Hilfe holt, in die Isolation geht. „Hier besteht große Gefahr, oft wird es ganz dramatisch, vor allem, wenn der Crash wie aus heiteren Himmel erlebt wird. Die Selbstmordgefahr ist dann hoch. Hilfe von außen unerlässlich.“ Niemand schaffe es allein in einer akuten Krise. Da kann man nicht mehr klar denken, da sind neue Aspekte nötig, die von außen kommen müssen, neue Impulse, neue Ideen. „Es ist nicht nötig im eigenen Gruselkabinett zu bleiben“. Wobei Brigitta Fetsch betont, dass Männer nicht automatisch den gleichen Weg beschreiten müssen wie Frauen.

Sehr oft bestünde ja die Angst, zu verweiblichen, wenn man Schwäche zeigt. Es braucht vielleicht keine jahrelange Therapie, Hilfe kann auch eine andere Form haben. Es gelte auf jeden Fall, sich Hilfe als Dienstleistung aktiv zu holen. Wichtig sei, so Fetsch, wenn es gelingt, Veränderung im Kopf auch mal positiv zu bewerten, wenn einer Situation positive Aspekte abgewonnen werden können. „Solange eine Veränderung nur als negativ erlebt, ist es manchmal eben besser, seine Symptome zu behalten“. Und eine Krise bedeute auch, zuzulassen, dass einmal Stille, Leere entsteht, es gilt, durch Trauer und Schmerz durchzugehen, und es ist wichtig, das auch einmal aushalten zu können“, betont die Psychologin.

Männer schaffen es dann sehr wohl, rasch in Lösungen zu gehen, sie brauchen oft nicht so den emotionalen Tiefgang. In der Beratung werden konkrete Lösungsvorschläge erwartet. „Meist geht es um Themen wie Mannsein, Abenteuer, Freiheit, das Leben wieder spüren“. Und der Mann lernt sich nicht nur über seine Leistung zu definieren, sondern offener zu werden, Spaß, Freizeit zu genießen, seine männliche Kraft in und für sich selbst zu spüren, nicht in der Rolle, für andere, im Leistungsdenken. Männliche Kraft darf neu definiert werden: was bisher nur Muskelkraft und Leistung war, wird verwandelt in Lebenserfahrung, Weisheit, innere Kraft. Es entsteht ein neues Selbstbewusstsein, die Männer lassen sich wieder „vom Leben berühren“, werden weicher – und das macht sie auch für Frauen wieder interessanter, lächelt Männercoach Fetsch. „Männer wirken nach überstandener Krise oft sehr anziehend für Frauen“. Der Mann schöpft vielleicht auch neue Befriedigung in Wissensweitergabe, Mentoring, geht mehr in die Ruhe, Kontemplativität, erschließt sich neue Dimensionen wie Spiritualität.

„Auch wenn es eine Modeerscheinung sein mag, Männern, die in der Mitte ihres Lebens „verrückte“ Dinge tun, sofort eine Midlife crisis zu unterstellen und dies natürlich auch biologische Ursachen hat, sehe ich durchaus positive Anteile, schmunzelt auch der Psychiater Helmut Klampfer. „Es ist möglicherweise der Versuch aus festgefahrenen Bahnen auszubrechen, auch wenn es zeitweise wirkt, wie mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Insgesamt sehe ich es trotzdem auch als Zeichen, seiner Lebendigkeit wieder auf die Sprünge zu helfen“. Auch er ist der Meinung, dass dieser Prozess – damit er nicht ausufert oder zum Schaden des Betroffenen oder seiner Familie wirkt – zeitweise psychotherapeutisch gut unterstützt werden sollte. „Auch das Thema Sinndimension halte ich in diesem Zusammenhang für immens wichtig.“

Hans Gradwohl hat wieder eine Stelle in einem kleineren Unternehmen gefunden. Der Chef kennt seine Geschichte, will ihm eine Chance geben. Hans Gradwohl arbeitet sich gut ein, findet eine Wohnung und hat kürzlich auch eine Frau, Elke, kennengelernt, beim Sport. Sie reden viel miteinander, sind gemeinsam aktiv. „Heute ist alles ganz anders. Ich geh es ruhiger an, die Lebensqualität zählt und die Beziehung zu meiner Freundin. Wir unternehmen viel miteinander und lachen viel. Eigentlich, resümiert Hans Gradwohl, hat das Leben für mich heute mehr Sinn und Qualität als früher. Früher ging es nur um Beruf, Karriere, Erfolg, ich bin dem Geld nachgehetzt, wollte wichtig sein, dazugehören. Ich war ständig nur unterwegs, auf Achse, aber genießen konnte ich das nie. Ich habe gar nicht viel mitgekriegt von diesem Leben. Gewohnt habe ich in meinem Haus nie, ich war nur dort zum schlafen, essen, umziehen. Alles war wichtiger als meine Familie, wichtiger als meine Gesundheit. Heute weiß ich, dass das falsch war, ich hab so vieles nicht gesehen, meine eigenen Bedürfnisse weggesteckt, auf später verschoben. Das will ich nicht mehr, ich will heute leben, jetzt und ich will ein schönes Leben führen, heute weiß ich zu schätzen, was ich habe“.

Sinnvoll wäre es, das Altern als natürlichen Vorgang zu akzeptieren. Es können neue Ressourcen gefunden werden, neue Stärken, neue Chancen. Es gilt Bilanz zu ziehen, was ist erreicht, ein neues Lebenstempo darf sich durchsetzen, es gilt Druck wegzunehmen, sich neu zu orientieren. Auch im Sexualleben darf ein Umdenken stattfinden: Mann darf es auch mal ruhiger, zärtlicher, sanfter angehen, sich mehr Zeit nehmen, die Lust wachsen lassen, genießen, neue Spielarten ausprobieren – und zwischendurch auch mal lachen, reden, kuscheln. Mann „muss“ nicht mehr, es geht auch anders. Sex muss kein Leistungssport mehr sein, der Mann darf auch mal passiv sein, geschehen lassen. Das sinnliche Erleben wird breiter, tiefer, intensiver. „Hier hat der Mann die Chance, mit seinem Gefühlsleben ins Reine zu kommen, überhaupt seinem Gefühlsleben auf die Spur zu kommen. Sich auch mal einlassen und zulassen wäre eine empfehlenswerte Strategie, so der Mediziner Helmut Klampfer.

Denn: Sex ist gesund für Körper und Seele, für die eigene Lebendigkeit und Lebenskraft. Es ist ein Ausdruck von Lebensenergie. Ermöglicht Sinnlichkeit und Begegnung mit sich selbst und mit anderen. Ein aktives Sexleben ist außerdem gut für Herz und Prostata, es dient dem Fettabbau, fördert Entspannung und Wohlbefinden. Lebendige Sexualität ist Ausdruck von Gesundheit – wer gesund ist, möchte sexuell sein und zwar völlig unabhängig vom Lebensalter.

Brigitta Fetsch ergänzt: Nach einer gut überstandenen Krise ändert sich die Lebensqualität, es wird oft als Befreiung erlebt, als neuer Raum, in dem Wünsche und Sehnsüchte sein dürfen, befriedigt werden dürfen. Manchmal heißt es wohl auch Abschiednehmen von alten Wünschen, aber: eine Tür schließt sich, eine andere Tür tut sich auf. Es ist wichtig, alte Wünsche, die man lange mit sich herumschleppte, auch loszulassen, zu verwandeln. Wer die Blessuren des Lebens bewältigt, findet eine neue Lebensqualität.
Das heißt wohl Abschiednehmen vom Rollenklischee: Mann muss nicht alles alleine machen bis zur bitteren Neige. Wiewohl er in Partnerschaften sehr wohl auch mal was nur für sich machen darf, seien es Reisen, Freundschaften, Hobbies, die er pflegt. Es braucht den Mut sich etwas zu gönnen.

Auch Erwin Schiedler hat es geschafft. Mit seiner Frau Sonja geht er in eine Paartherapie. Die beiden beginnen wieder miteinander zu reden, sie unternehmen mehr miteinander, schaffen einen Neuanfang. Erwin Schiedler beginnt endlich mit dem Kampfsporttraining, von dem er schon lange träumt. Er gibt Projekte in der Fima ab, lernt zu delegieren, beschäftigt sich mit Zeitmanagementtechniken, die er auch an seine Kollegen und Mitarbeiter weitergibt. Er überlegt einen firmeninternen Wechsel. Das Ehepaar verkauft einen großen Teil ihres Grundstücks, sie holen sich eine Pflegehilfe für den Vater, und fahren nach vielen Jahren das erste Mal wieder gemeinsam auf Urlaub.

Und wie hat der Unternehmer Christian Hlade seine Krise bewältigt? „Im Nachhinein kann eine positiv überwunden Krise sehr wertvoll sein“, meint er. Aber es sei Geduld nötig, ein zulassen, dass es einem schlecht geht. „Und es ist wichtig, sich Hilfe suchen. Sich mit sich selbst, seinem Körper zu beschäftigen. Auch ganz wichtig: drüber reden, nicht verstecken. Kurzlösungen nützen nichts, bei großen Krisen ist eine große Lösung nötig.
Der Weg war schon holprig“, gesteht Hlade, da war viel Selbstreflexion nötig, ein Rückblick auf die vergangenen Jahre. Es galt Bilanz zu ziehen und neue Ziele zu definieren. Zentral war für ihn eine neue Achtsamkeit für seinen Körper, er fängt an mit Yoga, Körperübungen, aber ohne Leistungsdruck, vielmehr im Sinne von wahrnehmen, reinspüren.

„Ich hab auch viel gelesen, Wissen angesammelt, mir verschiedene Zugänge zu meinen Themen angeschaut – aus der Hirnforschung zum Beispiel, wie das vegetative Nervensystem funktioniert. Man muss so eine Lebenskrise immer von mehreren Seiten angehen“, findet er, über den Körper, den Geist und die Seele. „Ich achte heute weit mehr auf eine gesunde Balance meiner Lebensrollen“.

Hlade will auch künftig intensiv arbeiten, will weiterhin sein Tempo 120 fahren. „Auf 70 reduzieren, langsamer schalten ist nicht mein Ding! Ich mach meine Sachen gern schnell, aber heute mit bewusst längeren Regenerationspausen. Ich will mein Tempo, wenn ich arbeite, nicht verlangsamen, denn Schnelligkeit, Leistung ist ja auch toll, aber es ist entscheidend zu spüren: jetzt wird es wieder zu viel.“ Hlade weiß heute besser, wann er an seine Grenze kommt, müde wird –„ ich weiß, dann kommen die negativen Gedanken“.

Deshalb sind regelmäßige Mini-Auszeiten und ab und zu auch längere Regenerationsphasen mittlerweile ein Muss. Er hält sich fix einzelne Tage frei, diese werden fein säuberlich im Kalender eingetragen, da gibt es keine Termine. Zweimal im Jahr besucht der Unternehmer mehrtägige Meditationsseminare. Er arbeitet wieder intensiv und mit Freude, aber eindeutig weniger und „ich mach regelmäßig was für mich, gönne mir kleine Auszeitinseln im Alltag. Da gehe ich dann Bergsteigen, Schifahren, Radfahren oder mache einen Waldspaziergang.
Das Geheimnis sind klare Grenzen und Prioritäten und eine bessere Körperwahrnehmung, dass man zum Beispiel seine Warnsignale wie Müdigkeit schneller bemerkt und schnell drauf reagiert. Zeit in Ruhe und Stille ist mir sehr wichtig, Zeit für meinen Parasympathikus – denn: es gibt keine Anstrengung, keine Leistung ohne Entspannung!“ Das weiß er heute.

Spiritualität, Meditation, Stille, Atmen, Körperwahrnehmung sind in den letzten Jahren für ihn wichtig geworden. Außerdem geht er heute regelmäßig zur Psychotherapie, für seine Seelenhygiene. Was würde der Power-Mann anderen Männern raten?

„Eine Prioritätenliste machen und auch mal Sachen weglassen – brauch ich wirklich ein neues Auto, wo kann ich reduzieren, wo kann ich weniger müssen, was ist wirklich nötig?“ Viele seien überlastet, weil sie sich nicht helfen lassen – dabei gebe es überall Unterstützung, man müssen sich ein Netz aufbauen, im Gespräch bleiben mit anderen. Aber, wie der Unternehmer betont: „Der Leidensdruck muss offensichtlich schon stark genug sein, das ist notwendig zum Handeln. Wenn es nur ein bisschen weh tut, verändert man nichts“.
Und die Lieblingsaussage vieler: Keine Zeit! – das stimme einfach nicht, jeder könne sein Leben anders organisieren. „Es ist immer viel mehr drin als man glaubt! Aber das heißt auch mutig sein und viel öfter mal nein sagen.“ Sein Leitsatz & Lebens Motto ist: „Wir sind hier auf der Welt um glücklich zu sein, und nicht um zu leiden und unglücklich zu sein.“

Christian Hlade resümiert: „Es ist viel passiert, viel Positives, ich hab eine bessere Qualität heute, mein Leben ist jetzt vielfältiger als vorher.“ Seit er aus seiner Auszeit zurück ist, engagiert er sich zusätzlich im buddhistischen Zentrum in Graz „She Drup Ling“, dort bringt er jetzt im Vorstand seine unternehmerische Erfahrung ein.

Die kleinen Schritte, betont Männerexpertin Brigitta Fetsch, seien entscheidend:
„Kleine Anpassungen sollten sofort stattfinden, dann muss nicht so viel zusammen kommen. Auch in Partnerschaften gilt es, immer wieder das Gespräch miteinander zu suchen, sich regelmäßig zusammenzusetzen und zu staunen, was der andere berichtet, zuzuhören, sich Zeit füreinander zu nehmen als Paar, aber auch für sich als Individuum“.

Wenn Zeichen der Veränderung in der Lebensmitte von Männern sichtbar werden und sich Werte und Wichtigkeiten nochmals verschieben, vielleicht Kurskorrekturen vorgenommen werden – nicht immer muss es zur Krise, zur dramatischen Lebensveränderung kommen. Um noch einmal Roland Kachler zu bemühen: „Wenn Männer um die 40… nach ihrer Midlife-crisis Ausschau halten und keine finden, ist das kein Anlass zur Sorge“. Manchmal geht es einfach um eine allmähliche Transformation, ein Hinübergleiten in einen nächsten Lebensabschnitt, das von vielen auch gut gemeistert werden kann – ohne Crash und Krise.

 

IN: BIO, August 2012