„Umgang mit depressiven Patienten“

in der reihe basiswissen behandelt der psychiatrie verlag in konzentrierter und übersichtlicher form jeweils spezielle themen aus dem psychiatrischen arbeitsgebiet. die handlichen kleinen büchlein werden von autorinnen verfasst, die über langjährige erfahrung im jeweiligen tätigkeitsbereich verfügen. grundidee dahinter ist es, „auszubildenden, berufsanfängern und quereinsteigern nicht nur einen theoretischen grundstock, sondern…. praktische tipps für den umgang mit bestimmten klientengruppen sowie für die arbeit in speziellen berufsfeldern“ anzubieten. soweit zum hehren ziel der reihe.

das neueste werk, diesmal verfasst von angela mahnkopf, die als diplompsychologin seit über 15 jahren auf einer depressionsfachstation arbeitet, behandelt das (unendlich große, weite) gebiet der depression bzw. den umgang mit an einer solchen erkrankten.

auf kompakten 140 seiten schafft sie es, die wichtigsten und wesentlichen informationen zum thema in einer gut strukturierten, übersichtlichen form darzustellen – was hierbei wahrlich ein kunststück ist. selbst zahlreiche beispiele aus dem berufsalltag finden noch ihren platz.

das buch ist gegliedert in sieben kapitel: in „es gibt nicht den depressiven patienten“ beschreibt die autorin eingangs die vielfältige depressive symptomatik, unterteilt in haupt- und nebensymptome und in verschiedenen abbildungen prägnant dargestellt. das zweite kapitel reißt kurz das thema suizidalität an: erkennen, abklären und wichtigste handlungsstrategien werden knapp erläutert. weiterführende literatur ist dabei stets angegeben.
der „helfenden grundhaltung“ ist das dritte kapitel gewidmet – es befasst sich mit themen wie empathie und wertschätzung, information, geduld, humor etc.

kapitel 4 liefert einen ganz groben überblick über „behandlungsangebote und –strategien“ – erwähnt werden vorrangig psychotherapie und medikamentöse behandlung sowie deren kombination. nicht explizit erwähnt wird die psychologische behandlung, da dieses buch offensichtlich nicht auf österreichische verhältnisse adaptiert wurde.

in kapitel 5 wird auf „behandlungsangebote im versorgungsnetz“ eingegangen und kapitel 6 liefert informationen und anmerkungen zu therapiezielen in der akutbehandlung als auch danach. zu guter letzt wird in kapitel 7 noch das thema angehörige und soziales umfeld kurz angeschnitten.

insgesamt ist das buch sehr stark auf den stationären bereich bezogen, die arbeit mit einzelklientinnen in der (privat-)praxis und relevante fragen dazu bleiben unbeantwortet. hier wären eine klare trennung zwischen stationärer und ambulanter arbeit und das aufzeigen von unterschieden und grenzen wünschenswert.
zwölf wesentliche merksätze sind im gesamten text markiert und finden sich am schutzumschlag des buches mit seitenangaben wieder – was zwar recht hilfreich sein könnte, nur ist das werk ohnehin dermaßen komprimiert, dass einzelne merksätze wie : „der verlauf und die dauer einer depressiven episode kann man im einzelfall nicht vollständig vorhersagen“ nicht mehr als zusätzliche zusammenfassung dienlich sind.

insgesamt jedoch ein hilfreiches, informatives werk, in dem jede/r, laie wie berufsanfänger bis hin zum profi, der noch mal schnell etwas nachschlagen möchte, einen kompakten, professionellen und doch leicht lesbaren überblick über das weite feld der depression findet.

weitere bände in der reihe basiswissen beschäftigen sich u.a. mit „suizidgefährdeten menschen“, „psychotischen patienten“, „alkoholabhängigen patienten“ oder „psychologen in der psychiatrischen klinik“.

angela mahnkopf: „umgang mit depressiven patienten“, 2007, psychiatrie verlag

 

IN: PSYCHOLOGIE IN ÖSTERREICH (PIÖ), 2007