Denken Sie positiv!

Wann haben Sie zuletzt ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit empfunden? Sie meinen vielleicht, es gebe gerade nicht so viele Gründe um dankbar zu sein? Nun, das hängt ganz von Ihrer Sichtweise ab! Vielleicht haben Sie gar nicht bemerkt, dass sich Ihr Mann große Mühe gemacht hat, um Sie am Wochenende zu entlasten und auf andere Gedanken zu bringen? Oder es ist schon selbstverständlich geworden, dass Ihre Mutter jede Woche einen frischgebackenen Kuchen vorbeibringt? Dass der Nachbar beim Schneeschaufeln auch gleich mal Ihren Weg mit freischaufelt? Wir können dankbar dafür sein, dass wir gesund sind, genug zu essen haben, ein Dach über dem Kopf – das ist nicht für alle Menschen selbstverständlich.

Bewusst machen: Dankbar sein heißt sich der guten Dinge bewusst zu sein, die uns umgeben. Jene Aspekte zu genießen und in Ehren zu halten, die oft in die Selbstverständlichkeit abrutschen, dem oberflächlichen Blick verborgen bleiben oder als zu banal empfunden und daher leicht übersehen werden. Dabei können auch scheinbar alltägliche, langweilige Dinge in kleine Besonderheiten verwandelt werden.

Wahrnehmen und neu bewerten: Schärfen Sie Ihren Blick dafür – Sie müssen täglich eine lange Fahrt zur Arbeit im Bus auf sich nehmen? Vielleicht ist dies auch die Möglichkeit sich zu entspannen, in Ruhe zu lesen oder einfach beim Fenster hinauszublicken und die tägliche Wegstrecke mit neuen Augen zu betrachten. Der kleine Blumenladen mit den farbenfrohen Gestecken unterwegs, der Ihr Herz erfreut. Die Mahlzeit, die heute besonders liebevoll angerichtet wurde. Das Lächeln der Fremden im Lebensmittelladen, das auch Ihnen ein Lächeln entlockt. Bewerten Sie Ihren Alltag neu, verwandeln Sie unscheinbare Augenblicke in Segnungen, nehmen Sie die Freundlichkeit der anderen als Geschenk, das Sie zu schätzen wissen.

Nichts ist selbstverständlich: Um dankbar sein zu können ist es nötig zu erkennen, wie viel Gutes uns umgibt und nichts als selbstverständlich hinzunehmen. Erfreuen Sie sich an den Sonnenstrahlen, dem Geruch der Bäckerei, dem freundlichen Gruß der Verkäuferin. Sagen Sie Danke für Ihre tägliche Mahlzeit, danken Sie für den vergangenen Tag mit seinen Freuden und den Erfahrungen, die Sie machen durften.
Freude weitergeben: Wenn Sie Ihre Dankbarkeit zeigen und sich entsprechend verhalten berühren Sie auch das Herz Ihres Gegenübers. Ihr Lächeln und Ihre Freude werden sich fortpflanzen. Dankbarkeit erzeugt ein warmes Gefühl, es öffnet unser Herz und löst den Wunsch aus, etwas weiterzugeben, auch anderen eine Freude zu machen. Dankbarkeit erleben wir dann, wenn wir etwas zu schätzen wissen, wenn wir ein Geschenk, das uns gemacht wurde als solches erkennen.

Dankbar sein zu können trägt zu einer positiven Grundhaltung bei. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben erwiesen, dass eine positive Lebenseinstellung mit besserer Lebensqualität und Gesundheit einhergeht. Daher: schärfen Sie Ihre Sinne für die vielen kleinen und großen Wunder, für die wir dankbar sein dürfen!

 

Leserbriefanfrage

Problem: Mein Mann (54) ist seit 20 Jahren in der gleichen Firma, in den letzten Jahren ist die Arbeit bei ihm immer mehr geworden. Mittlerweile arbeitet er nur noch, wir haben kein gemeinsames Leben mehr, er kommt nur noch zum Schlafen heim, alles bleibt an mir hängen. Das kann so nicht weitergehen, das ist keine Partnerschaft mehr für mich. Was soll ich tun?
Anja H. (45), aus Köln

Lösung: Natürlich ist es auch in einer Ehe wichtig, dass jeder sein eigenes Leben führen, seinen Interessen nachgehen kann. Wenn aber für die Partnerschaft überhaupt keine Zeit mehr übrigbleibt, ist ein klärendes Gespräche, eine Bestandaufnahme der Beziehung unumgänglich. Erklären Sie Ihrem Mann, dass es für Sie so nicht mehr passt, dass Sie etwas verändern möchten. Fragen Sie nach, wie es ihm damit geht, ob es für ihn denn noch passt, wie er sich ein weiteres Zusammenleben vorstellt. Ist ihm die Beziehung noch wichtig? Ist ihm bewusst, dass er womöglich seine Ehe aufs Spiel setzt? Klären Sie aber auch für sich selbst: was heißt das für mich, wenn sich nichts ändert? Wie lange könnte ich das noch akzeptieren? Was wären meine Konsequenzen? Versuchen Sie gemeinsam Lösungen zu suchen, einen Weg zu finden, wie Sie Ihre Ehe auf eine gesunde Basis stellen können.

 

IN: DAS GOLDENE BLATT, 2013