Mein 2018 – ein Rückblick

Wieder geht ein Jahr dem Ende zu. Der letzte Tag des Jahres 2018. Ich sitze in einer gemütlichen Wohnküche irgendwo in der südlichen Steiermark auf einem Biobauernhof, der von zwei Frauen bewirtschaftet wird. Es ist ruhig hier, ruhig und warm und beschaulich und friedlich. Ein Ort, an dem die Seele Rast machen kann. Hierher habe ich mich für die letzten Tage dieses Jahres zurückgezogen. Ein Ort der Stille. Ein Ort ohne Termine, Hektik, rundum-Wellness-Angebot, ohne Silvesterpackage und Fünf-Gänge-Menü. Schon lange habe ich mich auf diese Zeit hier gefreut.

Ich möchte mein System ein wenig runterfahren, mich erholen, verschnaufen, Kraft tanken. Es war ein durchaus anstrengendes Jahr, dieses nun auslaufende 2018. Beruflich ein Auf und Ab, viele Absagen, Veränderungen, einiges Neues. Die Kooperation mit fit2work, die gut läuft. Die Schreibworkshops, die mir ans Herz gewachsen sind. Ich werde ein wenig umstellen künftig – aufgrund der Erfahrungen, Erlebnisse, Eindrücke in diesem Jahr: Mehr Arbeit in meiner Praxis, weniger Seminare und Drumherum-Termine, die nur aufwendig sind, viel Zeit, Vorbereitung kosten, aber nicht viel bringen, oft wieder abgesagt werden, ins Leere laufen.

Auch meine journalistische Tätigkeit habe ich in diesem Jahr bereits ziemlich bis ganz heruntergeschraubt – ich möchte mich mehr meinen Erzählungen, Kurztexten, Gedichten, den Blogs widmen. Überhaupt, mein Schreiben! Ich ringe immer noch damit, mehr Zeit dafür zu finden. Konsequenter dran zu bleiben. Ich hatte zwei Lesungen im Herbst, das ist jedes Mal ein kleiner Motivationsschub. Auch für das nächste Jahr sind deshalb schon einige Lesungen geplant. Ich bin heuer in den Vorstand der Steirischen Autoren „aufgestiegen“ – auch das soll mich weiter schubsen in Richtung schreiben, schreiben und weiter schreiben…. Ein paar wenige Veröffentlichungen gab es 2018 – zu wenig Zeit, um Texte vorzubereiten, einzureichen. Aber ich bleibe dran! Die paar Tage hier und jetzt am Weiberhof, die nutze ich gerne auch als Schreibzeit.

Ansonsten: Es war auch ein trauriges Jahr, dieses Jahr. Ich musste mich von meinem Kater Frido verabschieden, der schwer erkrankt und im März in den Katzenhimmel abgereist ist. Auch zwei meiner Freundinnen haben ihre geliebten Haustiere verloren (Midori und Fee).

Tänzerisch war es ebenso ein Auf und Ab. Ein neuer Tanzpartner, der viele Hoffnungen geweckt, sich im Sommer aber wieder zurückgezogen hat. Trotzdem weiterhin Training im Tanzsportklub, noch ein paar Turniere, die ich 2018 getanzt habe… Allerdings habe ich die Turnierschiene für mich heuer endgültig verabschiedet – mein Kleid hängt gewaschen und geordnet bereit zum Verkauf. Ich möchte nur noch tanzen aus Genuss und Freude, ohne Leistungsanspruch, vielleicht auch wieder mehr Latein, Salsa oder Kizomba, wer weiß. Ich habe ein paar Übungsabende besucht, nehme viele Einzelstunden, mache ein wenig Ballett und Achsentraining, habe mich wieder dem Tango zugewandt. Und Yoga für mich neu entdeckt (ich praktiziere es in kleinem Ausmaß ja schon ewig, habe es nun aber verstärkt in meine Trainingspraxis eingebaut). Einen Taiji-Tag habe ich mir im Herbst ebenso wieder gegönnt (auch Taiji und Qigong praktiziere ich noch gelegentlich).

Ein Erlebnis war die Renovierung meiner Küche im Sommer – ein wahres Großprojekt, unglaublich viel Aufwand für eine so kleine Küche. Aber: Es musste alles raus, Boden und Wände, zum Teil Leitungen wurden neu gemacht, ebenso der Vorraum gleich mit, und dann die neue Küche, deren Fertigstellung sich etwas „gezogen“ hat. Dazu ein neuer Boiler im Bad. Es war quasi mein Therapieprogramm nach dem Abschied von Frido. Das alles hat Geld und Zeit gekostet, viel Geld und viel Zeit – und so ist weder vom einen noch vom anderen allzu viel übriggeblieben für Reisen und Urlaube. Ein paar Tage in Altlengbach, in Wien und Salzburg, ein paar Tage in Waltersdorf und nun hier am Weiberhof zum Jahresausklang – wenige kurze Abstecher, um zumindest ein bisschen rauszukommen. Mehr war in diesem Jahr nicht drin. Aber das soll nächstes Jahr deutlich anders werden!

Was war noch? Ich erinnere mich an einen endlos langen, zähen Winter, einen viel zu kurzen Frühling, der sogleich in einen mega-heißen Sommer übergegangen ist. Unglaublich viele Gewitter, Blitz und Donner ganze Nächte lang. Ich war ein paar Mal schwimmen und habe einige Ausflüge gemacht.

Eine liebe Freundin laboriert noch immer an den Folgen einer schweren Erkrankung – und doch: das Schlimmste ist überstanden, es geht, wenn auch nicht so schnell wie gehofft, so doch letztendlich bergauf. Bei meinem Herzallerliebsten haben sich die Blutzuckerwerte unangenehm in die Höhe geschraubt – daran muss er sich nun abarbeiten. Ansonsten sind in meinem Umfeld meine Lieben soweit gesund und munter, was mich wirklich freut.

Ich war öfter in Konzerten, ein paar Mal im Theater, hin und wieder im Kino (zuletzt „Astrid“, ein Film über die junge Astrid Lindgren, sehr empfehlenswert!). Ich habe Freunde besucht, bin mit ihnen frühstücken gewesen, spazieren gegangen, habe tolle Gespräche geführt. Ich habe eine Menge Bücher gelesen. So gesehen war es ein gutes Jahr, ich kann zufrieden sein, es geht mir gut.

Und damit verabschiede ich mich nun endgültig von 2018… baba, goodbye, arrivederci, adieu!!!