Neustart im Mai…

Knappe zwei Stunden noch, dann sind die aktuellen Ausgangbeschränkungen in Österreich schon Vergangenheit. Dann dürfen wir das Haus, die Wohnung wieder verlassen, einfach so. Wir dürfen Ausflüge machen, uns auf outdoor-Sportplätzen herumtreiben, die Geschäfte haben wieder geöffnet. Wir dürfen shoppen gehen, Freunde treffen (solange es nicht mehr als 10 auf einmal sind und wir den Abstand einhalten). Ab Mitte Mai dürfen wir sogar wieder Lokale besuchen und uns das Mittagessen oder den Kaffee servieren lassen.

Die Zahlen sind gut, die Infektionen gehen stetig zurück. Die Nachrichtenticker werden zunehmend weniger interessant – oder brisant. Die Lage verschlechtert sich nicht mehr von Stunde zu Stunde. Wir haben uns auf ein semi-normales neues Niveau eingependelt. Das Homeoffice läuft – für die einen besser, für die anderen schlechter. So mancher ist endlich ein wenig zur Ruhe gekommen in den letzten Wochen, andere haben nahezu rund um die Uhr gearbeitet. Die Läden sind voll, es gibt Masken für alle zu kaufen, die Lage hat sich deutlich entspannt.

Und schon kriechen flugs die Kritiker, die Besserwisser, die Verleugner, die Parolenschwinger aus ihrem Bau und ergreifen das Wort. „Haben ja eh schon immer gewusst… nur aufgebauscht… Lügen, Angstmache, Staatsterror… eine Frechheit… so geht das gar nicht… !!!“

Jetzt, wo der erste Schock überwunden ist, nachdem tatkräftige, mutige Menschen in Österreich ohne zu zögern gehandelt haben, auf allen Ebenen, sich bemüht haben das Schlimmste abzuwenden, wohl wissend, dass sie nicht viel wissen, auf das sie aufbauen können… dass sie aber dennoch handeln müssen, auch auf die Gefahr hin Fehler zu machen… jetzt kommen die, die bisher nicht viel getan haben, die sich geduckt haben. Die gerne große Worte schwingen und ihre Zeit jetzt gekommen sehen.

Fehler finden im Nachhinein ist leicht. Ja, sie sind sogar wichtig, die Fehler, sie müssen gefunden werden… damit wir es besser machen können künftig. Aber nur von außen, unreflektiert und im nachhinein kritisieren und Besserwissen, schimpfen, jammern und diejenigen anklagen, die einfach aufgestanden sind und gehandelt haben – das ist mies. Kein Rückgrat, würde ich sagen.

Es braucht Anerkennung und Wertschätzung für alle, die in den letzten Wochen durchgearbeitet haben, die sich bemüht haben für und um uns alle. Ich möchte mich bedanken bei all jenen! Auch und ganz besonders auch bei unserer Regierung, die es geschafft hat, dass es mittlerweile wieder bergauf geht. Die gezeigt hat, wie man auch respektvoll Politik machen kann. Trotz der anfänglichen Unkenrufe in Vor-Corona-Zeiten, wie denn Türkis-Grün jemals zusammenkommen könnten, die Abgründe dazwischen seien doch tief… nein, im Gegenteil, selten habe ich einen wertschätzenderen, respektvolleren Umgang auf der politischen Bühne erlebt.

Ein tiefes, erleichtertes Aufatmen meinerseits… möge uns dieses neue Miteinander erhalten bleiben. Denn dann ist eine gute, zielführende, erfolgreiche Arbeit, ein „Wiederauferstehen“ möglich. Dann können wir vielleicht eine bessere, menschlichere neue Normalität schaffen.