Plädoyer für den Pyjama-Tag

Heute war Pyjama-Tag. Ich habe die Wohnung nicht verlassen und den Pyjama auch nicht. Sehr gemütlich. Ich habe viel geschlafen, gut gegessen (unter anderem ein halbes Glas selbstgemachter Marillenmarmelade, das mir ein guter Freund mitgebracht hat), ich habe gelesen, Radio gehört und an dieser Webseite weitergebastelt…

Ich habe über einige Dinge nachgedacht und ein paar Entschlüsse gefasst. Das geht am besten, wenn man genug Zeit und Ruhe dazu hat…

Die Geschehnisse in Paris, der Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ beschäftigen mich. Klar, die Medien sind voll davon, aber es berührt auch, wie viele Menschen jetzt aufbegehren, auf die Strasse gehen, sich nicht unterkriegen lassen, gegen Gewalt und Terror ihre Stimme erheben – all das eint die Menschen auch, mehr denn je, dieser Wunsch nach einem friedlichen, gewaltfreien Leben…

Um mich auf andere Gedanken zu bringen, schaue ich mir einige meiner Lieblingsblogs an. Auf „einfach bewußt“ findet sich das Rezept für ein Oliven-Mandel-Pesto… klingt so lecker, dass ich das gleich für die kommende Woche einplane… überhaupt ist es beruhigend zu lesen, was sich sonst noch auf der Welt tut… all das Alltägliche, Normale, Positive, Motivierende, Hoffnung gebende…

 

SAM_0852Kater Frido liegt ebenfalls faul am Bett herum (aber das tut er im Gegensatz zu mir eigentlich jeden Tag). Von ihm kann ich viel lernen. Er nimmt sich für alles stets ausgiebig Zeit – zur Nahrungsaufnahme, zur Körperpflege, zur Pflege seiner sozialen Beziehungen (also für mich)… und um seine Nickerchen zu halten…

 

Faule Pyjama-Tage werden komplett unterschätzt, finde ich.

 

 

Wann sonst kann man sich gleichzeitig erholen, zur Ruhe kommen, auftanken, sich von Außenreizen abschotten, der Überfülle entfliehen, endlich mal wieder herumtrödeln, die Zeit vergessen, die innere Stimme wieder hörbar machen, den eigenen Rhythmus wiederfinden, den Augenblick genießen, Dinge tun, die einem gerade einfallen und für die man sich nie die Zeit nehmen mag… den Tag, das Leben, den Moment auf sich wirken lassen…

Es ist jedes Mal auf`s Neue erstaunlich, wie viel dann plötzlich zum Vorschein kommt – Gesprächsfetzen, die wichtig waren und weiter verfolgt werden wollen, Ideen, die bisher keinen Platz hatten, Erinnerungen an besondere Momente und das simple Erkennen und ein Gefühl der Dankbarkeit dafür, was andere Menschen einem in letzter Zeit eigentlich alles gegeben, für einen getan haben… und das im Gedränge des Alltags völlig untergegangen war…

Ich plädiere dafür, Pyjama-Tage einzuführen!

Die Menschheit würde profitieren davon. Nach nur einem Tag fühlt man sich wieder in Frieden und Einklang mit sich selbst… gelassen, energiegeladen, zuversichtlich… man weiß einiges besser zu schätzen…  und man freut sich wieder auf die Welt 🙂