Spätsommertage

Da sind sie, die Spätsommertage! Wenn überraschend fast – so schnell (?) – die Hitze weicht und eine sanfte Wärme nur mehr über die Haut streichelt. Das kräftige, grelle Licht ist verschwunden, einem milden, wärmeren gewichen. Nur über die Mittagsstunden noch hat der Sommer genug Kraft, um sich ein paar – letzte – Male wild aufzubäumen. Aber die Nacht wird länger, wird kühler, nimmt Fahrt auf – gewinnt langsam wieder Oberhand. Herbst liegt in der Luft. Mehr und mehr braune, verdorrte Blätter finden sich auf Wiesen und Wegen. Reife Früchte hängen schwer in den Ästen und Sträuchern. Es fröstelt schon gelegentlich…

Und wieder einmal das Gefühl: viel zu schnell ist dieser Sommer vergangen. Kostbar jede einzelne verbleibende Sonnenstunde. Noch ist Ferienzeit (für alle, die wie ich noch immer in Schul-Zeitplänen denken). Noch sind die Straßen zeitweise fast leer, nur von Baustellen gesäumt, die rasch, rasch noch abgeschlossen werden wollen. Noch herrscht gelegentlich und mancherorts die Stille des Sommers. Doch die Energie des Herbstes ist bereits spürbar, erahnbar…

Mein Sommer bestand diesmal aus zwei Teilen: im Juli habe ich Wohnung renoviert. Viel Zeit, viel Energie, viel Geld, viele „Nerven“ sind in dieses Projekt geflossen. Aber nun ist es (fast!) abgeschlossen und ich genieße das neue Umfeld – alles ist wieder ein wenig klarer und aufgeräumter. Viele Kartons voll habe ich ausgemistet. Wie immer suche ich die Reduktion auf Wesentliches, Unabdingbares, mir Wichtiges – der Rest fliegt raus!

Im August dann viele kleine Auszeiten. Ausflüge, Schwimmen gehen, Zeit mit Freunden verbringen. Waldspaziergänge, faulenzen, Konzerte besuchen. In der Sonne liegen, im Schatten sitzen :)… lesen, lesen, lesen… ein paar Tage im Hotel Paierl in Bad Waltersdorf. Zum Sommerausklang. Dampfbad, Regen, erstmals wieder in eine Jacke schlüpfen. Pläne schmieden für die kommenden Wochen und Monate.

Die allerletzten Augusttage. Sie rasen dahin. Was soll noch in diese Zeit gepresst werden? Was will noch unternommen werden? Noch schnell ein wenig mehr erholen, ein wenig mehr auftanken… ein Paradoxon für sich!

Der Abend dunkelt bereits vor sich hin. Die Zeit lässt sich nicht aufhalten. Ich sitze daheim, sehe beim Fenster hinaus, sauge den Anblick von dichten, grünen Blättern, die untergehende Abendsonne, die gelegentlichen, fernen Geräusche der Heimkehrer in mich auf. Ein Moment der Zeitlosigkeit, nahezu.