Volpone. Anschauen. Unbedingt.

Geld. Geld. Geld. Jeder will es haben, keiner will es gerne hergeben. Für Geld wird betrogen, gelogen, verleumdet, verletzt, Gewalt angetan… die Seele verkauft. Ein uraltes Thema. Genialst aufbereitet in einer Komödie, die bereits vor ein paar Jahrhunderten entstanden ist…

Nach langem habe ich es endlich wieder einmal ins Grazer Schauspielhaus geschafft. Gottseidank! Denn ich hätte viel versäumt, wenn ich dieses großartige Stück nicht gesehen hätte: „Volpone oder Der Fuchs“… von Ben Jonson, aufbereitet von einem gewissen Stefan Zweig.

Volpone nennt sich der böse Fuchs, der zwar reich ist, sich daran aber nicht erfreuen kann. Er will andere quälen und ihre Gier und Lieblosigkeit ausbeuten. Er täuscht sein Sterben vor, um zu erleben, wie sich nun alle am Totenbett um sein Vermögen raufen. Was sie bereit sind, dafür zu tun. Da wird gelogen und betrogen, keiner darf sich sicher fühlen. Jeder denkt nur an sich und seinen Vorteil. Da wird zur Not auch mal die eigene Ehefrau zum Liebesdienst angeboten oder schnell mal der eigene Sohn enterbt. Im Menschen steckt viel Schreckliches – hier wird es in komödiantischer, verkleideter Form ans Tageslicht gebracht. Man darf lachen, wohlwissend, dass es leider keine Übertreibung und bis heute bittere Realität ist.

Knapp zwei Stunden geht es rund auf der Bühne, mit unglaublichem Körpereinsatz, brillianter Darstellung. Sensationell gut Julia Gräfner als schlaue, umtriebige Schmeißfliege Mosca – mit einer umwerfenden Bühnenpräsenz – sie geht komplett auf in ihrer Rolle. Auch Andri Schenardi als Volpone schafft es, einen wirklich widerlichen, hinterlistigen, bösartigen, Zähne fletschenden, rücksichtslosen Fuchs zu geben. Sehr amüsant ist auch die leblose Barbiepuppe Colomba (Tamara Semzov), mit ausdruckslosen Augen, starren Beinchen, glattem Blondhaar, in Babyrosa gehüllt. Und wie immer ein Hit: Franz Solar als Krähe, täuschend echt, ein angsterfüllter Geizkragen, der krächzend auf seinem Geld hockt…

Zwei Stunden beste Unterhaltung, zwei Stunden wunderbares Theater, das in seiner Wucht noch lange nachwirkt…

Ich kann nur raten: Volpone. Anschauen. Unbedingt !!!

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